Ideenfindung – 8 unschlagbare Tipps für mehr Kreativität im Beruf

Täglich helfen wir Unternehmen dabei, innovativer zu sein. Heute möchten wir euch 8 Tricks zeigen, wie ihr leicht neue Ideen generieren und mehr Kreativität im Beruf erlangen könnt.

Die Angst vor dem weißen Blatt. Das Gefühl, nicht kreativ zu sein. Der Berg an Aufgaben und To-Dos, die alle so komplex sind, dass du nicht weißt, wo du damit anfangen sollst. Jeder von uns kennt diese Momente. Die gute Nachricht – du kannst lernen, kreativer zu sein und all deine täglichen Aufgaben mit Leichtigkeit zu bewältigen. Du musst auch nicht zu den Menschen gehören, die „schon immer künstlerisch“ waren. Diese Tipps helfen wirklich jedem, seinen Innovationsgeist zu fördern. Los geht’s!

1. Beschließe, kreativ zu sein.

Die Macht deiner Gedanken ist größer, als du glauben magst. Deswegen ist der erste Schritt, erst einmal an deine eigene Kreativität zu glauben. Kreative Menschen sind keine besonderen Alienwesen, sondern ganz normale Menschen, die beschlossen haben, ihr Leben auf eine neuartige Art anzugehen. Und das beinhaltet Folgendes:

  • Bist du mit einem Problem konfrontiert, versuche es mal aus einer anderer Perspektive zu definieren oder das Problem umzukehren. So kommst du auch gleich an neue Lösungen des Problems.
  • Akzeptiere das Scheitern als einen Teil von Innovation und Kreativität.
  • Hab keine Angst davor, den Status quo zu hinterfragen, auch wenn das auf den ersten Blick etwas beängstigend oder ungewohnt ist.
  • Finde dich mit der Ungewissheit ab, ob der eingeschlagene Weg der Richtige ist.
  • Höre nie auf, Neues zu lernen und dich weiterzuentwickeln.

Kreativ ≠ künstlerisch

Wenn ich hier übrigens von Kreativität spreche, meine ich nicht unbedingt das Malen, Singen oder Tanzen. Absolut jede Tätigkeit kann kreativ ausgeführt werden – einkaufen, Freunde treffen, putzen, kochen. Auch jeder Beruf profitiert davon, wenn Mitarbeiter ihn kreativ ausüben, egal ob Menschen beraten, Software programmiert oder Unternehmen geführt werden.

2. Gehe als Entdecker durch die Welt.

Wenn wir verreisen, fällt es uns ziemlich leicht, die Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen. Denn die Gebäude, Menschen, die Sprache sind anders, als wir es sonst gewohnt sind.
Im Alltag fällt es uns dagegen viel schwerer, unsere Umwelt mit neuen Augen zu sehen – außer natürlich, wenn man ein Kind ist. Um dieses Gefühl als Erwachsene(r) wiederherzustellen, probiere mal Folgendes:

Beobachte.

Setz dich an einen ganz normalen Ort wie einen Supermarkt, Flughafen oder in ein Café und beobachte ganz ruhig und aufmerksam, was du dort siehst. Was machen die Menschen? Welche Emotionen siehst du? Was erscheint frustrierend oder im Gegenteil erheiternd? Wenn du dich bewusst in die Beobachterrolle bringst, werden dir ganz viele Details auffallen, die du in der Hektik des Alltags normalerweise übersiehst.

Neue Orte und Erfahrungen.

Zweite Möglichkeit: Suche bewusst nach neuen Ideen und Erfahrungen. Du kannst zum Beispiel ein ungewöhnliches Magazin oder Blog lesen, zu einem Kurs gehen, neue Musik anhören, einen anderen Weg in die Arbeit einschlagen, oder jemandem Inspirierenden auf Social Media folgen. Lass dich auch gern von anderen Kulturen, Abteilungen oder Branchen inspirieren, wie diese die Dinge angehen – du wirst sicherlich einige spannende Ideen für deinen Beruf und dein Leben mitnehmen.

Ganz viele Ideen.

Pro-Tipp: Der beste Weg, um eine geniale Idee zu generieren ist es, ganz ganz viele Ideen zu haben – das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Wenn du versuchst in kurzer Zeit ganz viele verschiedene Ideen zu produzieren ohne auf ihre Qualität zu achten, dann werden viele deiner Einfälle qualitativ hochwertiger, als wenn versucht hättest, in dieser Zeit die eine perfekte Eingebung zu haben. Und hast du erstmal viele Ideen vorliegen, dann fällt es dir nicht so schwer, einige davon wieder zu verwerfen.

Officemitarbeiter grübelt am Schreibtisch mit aufgeschlagenem Notizbuch, Computer & Kaffeetasse nebenbei.
Mach mal eine Pause und leg die Füße hoch.

3. Erlaube dir bewusste Denkpausen.

Die besten Ideen kommen einem ja bekanntlich, wenn sich der Geist entspannt bzw. auf nichts Konkretes gerichtet ist – z.B. beim Autofahren, Duschen oder Spazierengehen. In diesem entspannten Zustand ist unser Gehirn in der Lage, gänzlich neue Verbindungen zwischen Ideen und Gedanken zu kreieren.

Die Aufgabe bewusst ruhen lassen.

Probier auch mal Folgendes aus: Schreibe am Ende deines Arbeitstags eine Challenge oder eine Frage auf, die besonders komplex ist und die du aber unbedingt beantworten musst. Schreib sie auf und lass die Frage für einige Tage ruhen. In der Zwischenzeit versuche, viele andere Menschen zu treffen, neue Gedanken zu hören und neuartige Tätigkeiten auszuüben. Währenddessen werden dir ganz bestimmt viele neue Ideen kommen oder neue Aspekte des Problems auffallen, die dir bei der Lösung helfen.

Oder die kurze Variante: Mach eine 20-minütige Pause, und erlaube deinem Gehirn, sich zu entspannen. Häufig kommt dann ein Geistesblitz mit genau der Lösung, nach der du so akribisch gesucht hast.

Die Zeit nach dem Aufstehen nutzen.

Pro-Tipp. Die ersten fünf Minuten nach dem Aufstehen, während der Kopf noch halb im Schlaf ist, kreiert unser Gehirn die spannendsten Querverbindungen. Versuche mal, genau in der Zeit über deine Challenges nachzudenken oder deine Gedanken aufzuschreiben.

4. Werde zum Empathie-Weltmeister.

In jedem Beruf, in dem du in irgendeiner Weise mit Menschen zu tun hast, wirst du um ganz viel Empathie nicht drumherum kommen. Auch im Privatleben nicht.

Es ist wichtig, die Bedürfnisse und den Kontext deiner „User“ im Detail zu kennen und dich nicht nur an Mitbewerbern zu orientieren, wenn du etwas Großartiges schaffen möchtest. Befrage mal deine Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder zu etwas, was sie oft tun, erfahre wie der Prozess genau abläuft und warum sie was tun. Sprich mit deinen KundInnen und höre ihnen ganz genau zu.

Jemand, der Kühlschränke baut, sollte mit Menschen sprechen, die Kühlschränke reparieren

Echte Menschen vor Big Data.

In Zeiten von Big Data wird uns vorgemacht, dass Daten die meiste Aussagekraft haben – was zum Teil auch stimmen mag. Jedoch helfen uns abstrakte Zahlen und Diagramme nicht dabei, Empathie aufzubauen. Deswegen empfehle ich dir, mit den Menschen in Kontakt zu treten, die zu deiner Zielgruppe gehören. Sprich mal mit einigen und lerne etwas mehr über ihren Kontext, ihr Leben, ihre Probleme – selbst wenn diese konkrete Person von deiner durchschnittlichen Kundenmasse abweicht. Denn hast du konkrete Menschen mit echten Gefühlen vor Augen, wird es dir wesentlich leichter fallen, kreative Lösungen für diese zu finden.

5. Geh raus ins (Forschungs-)Feld.

Komplexe Probleme und Herausforderungen für Mitmenschen lassen sich nicht vom Schreibtisch aus lösen. Noch besser als eine Befragung ist eine Beobachtung (wie im Beispiel mit dem Supermarkt weiter oben). Viele Dinge, die wir täglich tun, passieren sehr schnell und unterbewusst, und werden im Interview nicht genannt, weil sie den Befragten überhaupt gar nicht auffallen. Im Laufe einer (wissenschaftlichen) Beobachtung wird dir dagegen gleich auffallen, wo noch Potential zur Verbesserung ist, und wie deine bisherige Lösungen in der Realität tatsächlich ankommt. Das ist auch der letzte sehr wichtige Schritt bei einem Design Sprint!

Lege den inneren Experten kurz ab.

Gerade für Experten kann es schwer sein, sich von ihrer gelernten Expertise zu lösen, und zu sehen wie Menschen Dinge WIRKLICH benutzen, anstatt wie sie die ganze Zeit dachten, dass sie diese benutzen. Keine Angst, falls deine Erwartungen und die Realität stark auseinanderklaffen – denn nun weißt du es besser und kannst dieses Potential nutzen.

6. Frage fünfmal „Warum?“.

Wieso-weshalb-warum-Fragen haben viel mehr Macht, als man ihnen vielleicht zutraut. Damit kommt man nämlich von der Oberfläche des Problems zum wichtigen Kern. Oft muss man die Warum-Frage tatsächlich fünf, sechs Mal stellen, um zum wahren Grund vorzudringen.

Warum schließt du eine Versicherung ab? Weil man das halt macht. Und weshalb macht man das, deiner Meinung nach? Um sicher zu sein, dass man im Notfall nicht im Stich gelassen wird. Und warum das? Damit man sich nicht sorgen muss, und sein Leben genießen kann. Aha, also eine Versicherung hilft dabei, das Leben zu genießen. Ein ganz neuer Blickwinkel auf das Problem. So oder so ähnlich könnte diese Warum-Übung in deinem Fall ablaufen.

Die Gruppe der Menschen, die man befragt, sollte – wenn möglich – über alle Altersgruppen und Berufe hinweg divers sein, um die spannendsten Erkenntnisse zu gewinnen – z.B. jemand, der Kühlschränke baut, sollte mit Menschen sprechen, die Kühlschränke reparieren.

Vier Menschen sitzen um einen Tisch herum, diskutieren, lachen, zeichnen Gedanken auf.
Wer gemeinsam an Ideen arbeitet, kommt zu besonders spannenden Ergebnissen.

7. Versuche, deine Challenge anders zu formulieren.

Oftmals ist der erste Schritt zu einer genialen Lösung, die Frage aus einer anderen Perspektive oder auf eine andere Art und Weise zu formulieren. Damit kommt man dann eher zum Ursprung des Problems.

Nehmen wir an, viele Studierende brechen ihr Studium ab. Wenn man automatisch annimmt, dass das finanzielle Gründe hat, würde man gleichzeitig ausblenden, dass es noch Tausend andere Gründe dafür geben kann. Zum Beispiel, dass man nicht das richtige Fach gefunden hat, sich nicht sozial eingebunden fühlt oder sein Studium nicht eigenständig organisieren kann. Möchte man also dieses Problem lösen, sollte man nicht fragen “Wie können wir das Studium günstiger machen?” sondern z.B. “Wie können wir Studierende besser unterstützen?”.

Wie das bekannte Beispiel von Theodore Levitt: Wir kaufen eine Bohrmaschine, nicht um eine Bohrmaschine zu haben, sondern um Löcher damit in die Wand zu machen. Was wir also wirklich brauchen sind Löcher. Und diese lassen sich nicht nur durch Bohrmaschinen machen.

Was ist es also wirklich, was deine Zielgruppe braucht?

 

8. Gemeinsam kreativ sein.

Wer beim Wort „Kreativität“ an einsame Künstler im Atelier denkt, stellt sich Kreativität wahrscheinlich auch als etwas vor, was nur alleine funktioniert. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Die Kollaboration mit anderen Menschen kurbelt die gemeinsame Kreativität stärker an – je unterschiedlicher die Erfahrungen und Sichtweisen, desto besser!

Kreativität ist zudem nichts, dass im stillen Kämmerchen entsteht, sondern immer auf Ideen anderer Menschen aufbaut. Schau dich also um, was andere machen, sprich mit möglichst vielen Menschen über deine Ideen und fang einfach mal an, alle deine Einfälle zu sammeln!

Wenn du das gleich ausprobieren möchtest, dann schau doch bei unseren Workshops wie Trial&Error oder Eine Frage der Spekulative vorbei!

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Diese Tipps finden sich im Buch „Creative Confidence“ von David & Tom Kelley von D.School bzw. IDEO wieder – eine super Lektüre, die sich ideal für den Arbeitsweg eignet, um die nötige Prise Innovation in den Arbeitstag zu bringen.

Kommst du manchmal in Situationen, in denen du dich unkreativ fühlst? Wie verhältst du dich dann? Ich freue mich sehr über dein Feedback – lass mich wissen, ob die Tipps zu mehr Kreativität im Beruf verholfen haben!

Über den Autor

Natalia Sander

Meine Rolle bei Liechtenecker:
UX Designerin

Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre ich:
Fotografin oder Lebenscoach

Mein Herz schlägt für:
Schwarztee, Bücher, Yoga, Meditation & meine Freunde

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