Ein paar Gedanken zu künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig. In den Medien wird ständig davon berichtet, in Foren und auf Conventions wird heftig darüber diskutiert. Allem Anschein nach kann KI viele Probleme der modernen Gesellschaft lösen, verursacht jedoch auch einige. Intelligente Maschinen können aus ausgewerteten Daten und komplexen mathematischen Berechnungen präzise Vorhersagen treffen, sie handeln emotionslos (was in vielen Fällen ein Vorteil sein kann: man denke an Stress, Trauer, Vorurteile…) und natürlich lernen sie um ein Vielfaches schneller als Menschen. Das hat natürlich zur Folge, dass uns die Maschinen viele Tätigkeiten, darunter auch Jobs, abnehmen können. Hier folgen einige Gedanken zu künstlichen Intelligenzen.

Jobs

Die Tatsache, dass die Maschinen zahlreiche Jobs übernehmen werden, löst bei vielen ein Gefühl der Angst aus. Das liegt wohl daran, dass wir in unserem momentanen Gesellschaftssystem von unserer Arbeit abhängig sind. Finanziell, aber auch auch emotional (gesellschaftlicher Status, Stolz).

Meiner Meinung nach darf man aber nicht nur Angst davor haben. Wenn uns Arbeiten abgenonmmen werden, bieten sich dadurch auch neue Möglichkeiten! Ich spreche von der  freigewordenen Zeit.

In einer vom Stress regierten Welt, in der Burnouts zum Standard werden und Depressionen immer häufiger auftreten, kann uns eigentlich nichts Besseres passieren, können wir uns glücklich schätzen, wenn uns Arbeit abgenommen wird. Ich bin persönlich ein Befürworter der 20h-Woche, wenn die Arbeit in der Zeit erledigt werden kann. Die gesparte Zeit kann nämlich genutzt werden, um sich selbst besser kennenzulernen, Hobbys auszuleben und die eigene Kreativität zu fördern.

Natürlich reicht’s nicht aus von einer entschleunigten Welt zu träumen. Es wird noch ein großer Brocken Arbeit vor uns liegen, bis eine kürzere Arbeitswoche erstens von der Gesellschaft gewünscht und dann in weiterer Folge von der Politik ermöglicht wird. Ich hoffe, dass wir’s schaffen, bevor unzählige Menschen (bzw. ihre Arbeit) von künstlichen Intelligenzen ersetzt werden.

Ethik

Weitere Diskussionsthemen sind von ethischer Natur. Hier beschäftigt man sich mit Fragen, wie weit wir künstliche Intelligenzen Entscheidungen treffen lassen und wer im Falle einer Fehlentscheidung dafür haftet. Es wird aber auch in die andere Richtung gedacht: Ab wann müssen künstliche Intelligenzen als Lebewesen angesehen werden? Welche Rechte/Pflichten sollten für jene gelten? Wie können sie in unser gesellschaftliches System integriert werden. Der zweite Punkt ist natürlich auch eher Zukunftsmusik, aber meiner Meinung nach nicht zu vernachlässigen!

Auf http://maschinenethik.net/?tag=ki findet man eine gute Zusammenfassung der momentan heiß diskutierten Themen.

Datenqualität

Wie KIs entscheiden, hängt letztendlich immer davon ab, aus welchen Daten sie gelernt haben. Wenn in den Rohdaten gewisse Menschengruppen bevorzugt werden, werden diese auch in den Entscheidungen der KI besser behandelt als andere. Das gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. So kam es beispielsweise im Jahr 2015 dazu, dass Googles Bilderkennungssoftware dunkelhäutige Personen nicht als Menschen, sondern als Gorillas kategorisierte. In dem Fall wurde die KI offenbar nur mit Fotos von hellhäutigen trainiert!

Es gibt bereits zahlreiche Beispiele, in denen künstliche Intelligenzen von Vorurteilen getrieben entschieden. Hier ist es wichtig, einen Rahmen zu schaffen, wie sichergestellt werden kann, dass mit qualitativ hochwertigen Trainingsdaten gearbeitet wird. Außerdem muss immer nachgefeilt werden, sollten fragwürdige Entscheidungen getroffen werden.

Technologische Singularität

Unter technologischer Singularität versteht man den Zeitpunkt, zu dem sich intelligente Maschinen so schnell selbst verbessern, dass die Auswirkungen auf die Zukunft der Menschen nicht mehr vorhersehbar ist. Zu diesem Zeitpunkt gäbe es also den klassischen Supercomputer aus vielen Science Fiction Filmen, der im schlimmsten Fall die Menschheit vernichten will.

Die entstandene Superintelligenz könnte ein Verständnis der Wirklichkeit erwerben, das jegliche Vorstellungskraft sprengt

Wikipedia – Technologische Singularität

Auch in diesem Punkt will ich aus heutiger Sicht Entwarnung geben. Aktuelle KIs basieren auf Algorithmen, welche darauf ausgelegt sind, ganz spezielle Aufgaben zu lösen. Wenn eine KI dafür programmiert wurde, das Wetter zu prognostizieren, wurde das Programm geschrieben, welches Wetterdaten analysiert, daraus lernt und letztendlich Schlüsse auf künftige Wetterverhältnisse zieht. Worauf ich hinaus will: dieses Programm wird niemals Schach spielen, übersetzen, Bilder erkennen, oder gar Waffen bauen können. Es kann lediglich das Wetter vorhersagen.

Wie vorher betont: das trifft auf KIs zu, welche momentan im Einsatz sind. Es gibt aber bereits künstliche Intelligenzen, welche ihre eigenen Algorithmen verbessern. Außerdem wird in dem Sektor ständig weiter geforscht und entwickelt. Wenn eines Tages künstliche Intelligenzen genutzt werden um künstliche Intelligenzen zu entwickeln und deren Maschinen zu bauen, kommen wir der Singularität auf jeden Fall näher. Alle Entwickler sollten das Phänomen auf jeden Fall kennen.

Konklusion

Ich bin der Meinung, dass uns künstliche Intelligenzen das Leben erleichtern werden. Es gibt zwar noch einige Herausforderungen zu meistern, wir können uns aber auf eine stressfreiere Zukunft freuen. Wenn uns einfache repetitive Jobs abgenommen werden, werden wir mehr Zeit für private Angelegenheiten haben. Welche Gedanken gehen euch zu dem Thema durch den Kopf? Habt ihr Angst vor der technologischen Singularität, oder freut ihr euch auf den neuen künstlichen Mitarbeiter? Schreibt uns in den Kommentaren! :)

Über den Autor

Daniel Steindl

Meine Rolle bei Liechtenecker:
Backend Development🤓

Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre ich:
Musiker

Mein Herz schlägt für:
PHP Development, Progressive Metal, Kaffee

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Kommentare

  • Hallo Daniel,
    ein schöner Artikel zu einem spannenden Thema.
    In meinem persönlichen Umfeld ist die Sorge vor weitreichender Digitalisierung vor allem auf den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen bezogen. Daher denke ich, dass diese Angst vielmehr eine Angst vor einer starren, nicht wandlungsfähigen Gesellschaft ist.
    Für mich selber gibt es im Job nichts nervigeres als diese wie du schreibst „repititiven“ Tätigkeiten. Als Hochzeitsfotograf liebe ich die vielen schönen Momente mit den Kunden und deren Gästen, aber auch den kreativen Prozess hin zu einer schönen Hochzeitsreportage. Den Großteil der gesamten Arbeitszeit verbringt man dann leider doch mit administrativen Dingen, auf die ich gerne verzichten würde.
    Die große Herausforderung der neuen Möglichkeiten ist sehe ich darin, dass alle davon profitieren sollten (nicht nur Arbeitgeber). Die Gefahr einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft halte ich für realistisch, wenn es kein Gegenlenken gibt.
    Viele Grüße!