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Agentic KI trifft Design-System: Wie unser Presentation Maker entstand.

Nein, wir wollen euch jetzt nicht erzählen, was KI alles kann. Aber wir möchten euch zeigen, wie wir mit KI umgehen.

Bild
Lukas und Daniel  arbeiten an Computern im Büro.

Konkret: Wir entwickeln gerade ein internes Tool, das auf Knopfdruck eine strukturierte, fertig gelayoutete Präsentation in Figma Slides erstellt. Und das wichtigste: in unserem Design, mit unseren Components, bearbeitbar. Kein Copy-Paste, kein generisches Template. 
Klingt geil? Oh yeah, baby. Seht selbst:
 

Dauer: 30 Sekunden 
Prompt rein. Fertig gelayoutete Präsentation in Figma in unserem Design, mit unseren Components sofort bearbeitbar.

 

Ansicht Screenshot "promt" to  Ansicht Screenshot "slides"

Der Ursprung aka Need

Präsentationen sind wichtig, aber tbh einfach ein großer Zeitaufwand (und ja, natürlich haben wir Vorlagen…). Als OpenClaw die Runde machte, haben wir uns deshalb gefragt ob KI selbstständig Figma Slides erstellen könnte. NotebookLM hat uns dabei als Inspiration gedient: die Präsentationen die da rauskommen sind schon beeindruckend. 
Aber: nicht in unserem Design, nicht bearbeitbar. Also war schnell der Wunsch da: Könnten wir das selbst bauen, aber so, dass es in unser Design passt und weiterbearbeitbar bleibt? Gleichzeitig war klar: Wir wollten keine Black Box, sondern etwas wo wir verstehen was passiert und kontrollieren können was die KI tut.

 

Der Start: Let’s do this

Stellt euch jetzt vor, wie unsere Devs im Huddle zusammenstehen und… 
OK, nein, ganz so spektakulär war es nicht: Es ging erstmal ans recherchieren, die Idee mit KI selbst challengen und schauen was überhaupt geht. Die erste Frage war, ob ein Setup mit OpenClaw funktionieren würde und ob das ohne Vollzugriff auf unsere Systeme möglich wäre. Die Antwort kam schnell: eigentlich gar nicht nötig. Vieles lässt sich über die Figma API lösen, und wenn wir es selbst bauen, behalten wir genau die Kontrolle, die wir wollen.

Also: lokaler Proof of Concept. Einfach mal prüfen, ob das Prinzip funktioniert. Der ursprüngliche Plan war ein „Create in Figma"-Button, der direkt per API die Präsentation anlegt. Klingt clean, ist es auch, nur leider erlaubt die Figma REST API keinen direkten Write-Zugriff für unseren Use Case. Statt das als Sackgasse zu behandeln, haben wir einen Schritt zur Seite gemacht: Ein Figma Plugin als Brücke. Nicht Plan A, aber rückblickend die sauberere Lösung.

Einem ersten funktionierende Output und „es funktioniert!"-Moment folgte aber schon wieder ein ABER. Denn der Inhalt war überraschend generisch und es hat eine Weile gedauert, bis wir den Grund gefunden haben: Der ursprüngliche User-Prompt ging von Schritt zu Schritt verloren. Bei einem mehrstufigen Prozess hat jeder „Agent" quasi blank angefangen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Sobald der ursprüngliche Kontext sauber durchgereicht wurde – als gemeinsame Basis für alle Stufen – hat sich der Output schlagartig verändert. Seitdem stimmt's.

 Grün "Content Creator"- und blau "Random User"-Balken.
Dreistufiger Prozess: Zuerst Kontextanalyse, dann narrative Konzept und schließlich das Bauen der Slides durch den Slide Composer

Zeit & Realität

Was wir dachten: 0,5 Tage. 
Was daraus wurde: 1,5. Tage.
 

Nicht weil irgendetwas dramatisch schiefgelaufen wäre, sondern weil strukturelle Entscheidungen Zeit brauchen, die man vorher nicht einplant: Plugin oder REST API? Wie kommunizieren die Teile miteinander? Wie kommen die Components ins Slides File? Jede dieser Fragen klingt nach einer schnellen Antwort, ist sie aber nicht. Am Ende hat der PoC trotzdem gut ausgesehen, also: vertretbar.

 

Skizze des Presentation Maker (Content Analyst - Narrative Architect - Slide Composer)

Was wirklich am meisten Zeit gekostet hat, war das Aufbereiten des Figma Files selbst. Components definieren, Layer sinnvoll benennen, die richtige Struktur finden damit die API überhaupt zugreifen kann. Klingt nach einer Kleinigkeit am Rand. Ist aber die Grundvoraussetzung für alles dahinter. Wenn die Basis nicht stimmt, interessiert sich das System für den Rest schlicht nicht.

Was kann es heute – und was soll es können?

Heute erstellt das Tool auf Knopfdruck eine vollständige, fertig gelayoutete Präsentation in Figma - in unserem Design, mit unseren Components, sofort bearbeitbar. Was früher 1–2 Stunden Handarbeit war, dauert jetzt Minuten.

 

Der nächste Schritt sind mehr Slide-Components für mehr Varianz im Output. Dazu vielleicht ein Foto-Pool aus dem das Tool passende Bilder wählen kann. Aber vor allem: wir arbeiten gerade daran das Tool fürs Team zu releasen. Und dann heißt es einfach: damit arbeiten und schauen wo es hakt. Echtes Feedback aus dem echten Einsatz ist mehr wert als jedes Feature das man sich am Reißbrett ausdenkt.

Schwarzer Hintergrund mit zwei Textkästchen und Schaltflächen. (Was soll geändert werden?)
Ein wichtiges Feature wurde gleich offensichtlich bei den ersten Test: Die Möglichkeit zur iterativen Feinjustierung. Sowohl von einzelnen Slides, als auch der ganzen Präsentation.

„Fertig" wird es wahrscheinlich nie sein und das ist auch okay so. Anforderungen ändern sich, die visuelle Sprache der Slides entwickelt sich weiter, Figma Slides selbst wird sich weiterentwickeln. Wie intensiv es genutzt wird, was gut funktioniert und wo es hakt, das wird sich zeigen. Evaluieren statt spekulieren. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Falls du sowas selbst bauen willst: Investiere Zeit ins Figma File bevor du anfängst zu coden. Im Nachhinein würde ich empfehlen, die technische Machbarkeit früher abzuklären – das hätte mir den Stress mit der REST API gespart. Aber grundsätzlich: einfach machen und probieren. Man lernt mehr in einem halben Tag Ausprobieren als in einer Woche Planung.Lukas, Frontent Developer bei Liechtenecker
Lukis TIPP

Jetzt bist du dran.

Wenn du gerade nickst weil du selbst so ein Tool bräuchtest schreib uns.

Wir haben Spaß daran, solche Probleme zu challengen. Auch wenn du noch nicht genau weißt was du brauchst. Vor allem dann.

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Lukas Kindermann

Meine Rolle bei Liechtenecker: Omnom-Fanboy Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre mein Beruf: Handwerker Mein Herz schlägt für: Sachen machen und Erdäpfel essen
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