Kreativität ist nur eine Frage der Tools

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Die Vorstellung, die wir von Kreativität haben, hat sehr wenig mit kalkulierbaren Ergebnissen und Planbarkeit zu tun. Darum sind kreative, neu gedachte und innovative Lösungen auch nichts, was man einfach mal so aus dem Ärmel schüttelt. Doch auch wenn es darum geht neuartige Lösungsansätze zu finden, gilt wie so oft im Leben: Alles steht und fällt mit dem richtigen Werkzeug.

Das Potential kreativ zu sein hat jeder von uns, doch in den meisten Fällen fällt es uns schwer, gezielt darauf zuzugreifen.

Bin ich kreativ? Diese Frage habe ich mir im Zuge meiner Ausbildung sehr oft gestellt. Bin ich ein kreativer Typ und kann ich kreative Lösungen erschaffen, oder bleibt Kreativität eher Personen mit Hornbrille und zerzaustem Haar vorbehalten? Die Lösung ist zum Glück pragmatischer als gedacht. Das Potential kreativ zu sein hat jeder von uns, doch in den meisten Fällen fällt es uns schwer, gezielt darauf zuzugreifen. Und genau an diesem Punkt kommt das „Werkzeug“ ins Spiel. Wir benötigen Methoden, die uns helfen, unser kreatives Potential zu aktivieren, um damit effektiv arbeiten zu können. Diese Methoden gibt es auch – und zwar in Hülle und Fülle. Was mich auch schon zu einem wichtigen Stichwort bringt …

Methodenkompetenz

Es gibt Unmengen an Denkwerkzeugen und Kreativitätsmethoden, doch ohne das Wissen, wann und wie man welche einsetzt, kommt man nicht weiter. Das wäre in etwa so, als würde man vor einem gut bestückten Werkzeugkoffer stehen, ohne zu wissen wann man eher zu einem Kreuz- anstatt zu einem Schlitzschraubenzieher greifen sollte.

Bei Liechtenecker haben wir über die Zeit viele dieser Werkzeuge ausprobiert und unsere Favoriten gefunden, die wir in Abhängigkeit von der Problemstellung kombinieren und adaptieren. Im Fokus steht für uns vor allem strategische Kreativität zu entwickeln, damit innovative Lösungen auch langfristig am Markt funktionieren.

Alles steht und fällt mit dem richtigen Werkzeug

Zum Ausprobieren

Den Nutzen der meisten Methoden erkennt man erst so richtig, wenn man sie selbst ausprobiert. Darum findet ihr hier drei Methoden aus unserem Portfolio, mit denen wir gerne arbeiten. Lasst euch inspirieren und probiert sie selbst ;-).

Planets & Moons

Dieses Tool ist besonders hilfreich, wenn es darum geht, Wertewelten rund um eine Marke und deren digitale Plattformen zu erschaffen. Hierfür werden zuerst pro Person 10 Adjektive auf Post-its geschrieben, die die Marke bzw. die digitale Plattform beschreiben. Am besten klebt man alle Post-its auf eine weißen Wand, um einen Überblick zu bekommen. Danach beginnt man damit ähnliche Adjektive zu Gruppen zu clustern und diese Cluster dann wiederum, so weit es Sinn macht, zusammenfassen. Wenn die finale Anzahl der Cluster feststeht, wird pro Cluster ein Überbegriff ausgewählt, der dieses beschreibt. Wenn es darum geht Markenwerte zu definieren, stellt dieser Überbegriff den Wert der Marke (Planet) dar, und die Begriffe auf den Post-its sind die Monde, die darum kreisen. Diese Methode eignet sich auch gut zur Erarbeitung von Themenwelten oder Portalschwerpunkten.

Systemaufstellung

Systemaufstellungen kommen ursprünglich aus der Psychologie und dienen sowohl dazu latente Konflikte aufzudecken, als auch komplexe Beziehungsnetze zu verstehen. Diese Methode ist sehr intuitiv und darum auch eine ideale Basis für die Erarbeitung von User Centered Design-Strukturen. Dabei repräsentieren Personen bestimmte Themenbereiche der Struktur einer Online-Plattform und ein Teilnehmer darf diese Personen im Raum aufstellen. Es gibt keine weiteren Vorgaben und die aufstellende Person muss einfach nach ihrem ersten Impuls handeln. Die Aufstellung wird dann betrachtet und der Aufsteller erklärt im Nachhinein, warum er die Positionen so gewählt hat. Auf Basis dieser Methode lassen sich schnell die Probleme in Ist-Situationen erkennen und daraus idealtypische Soll-Situationen ableiten.

Prototyping

Meist lässt sich die Begeisterung hinter einer ersten Idee lässt kaum bremsen. Doch in der Umsetzung fallen einem dann schnell Lücken auf, die man vorher nicht bedacht hat. Darum macht es bei neuartigen Lösungen Sinn, so schnell wie möglich einen ersten Prototyp zu entwickeln und diesen zu testen. Dafür wird die Idee erst einmal in 30-40 Minuten genauer ausgearbeitet und daraufhin werden mehrere Varianten der Idee entwickelt und abgefragt. Auf Basis der Antworten entscheidet man, welche Varianten als detaillierter Prototyp ausgearbeitet werden. Anhand eines Klickdummys bekommt man beispielsweise im digitalen Bereich schnell einen guten Eindruck, wie sich die Idee für den User anfühlt und kann erste Fehler anhand des Feedbacks erkennen oder die Richtung ändern. So bleibt man in der Anfangsphase agil und kommt schneller an wertvolle Rückmeldungen.

Kalkulierbare Kreativität?

Kreativität ist in meinen Augen durchaus bis zu einem gewissen Grad kalkulierbar, man muss nur wissen wie. Ein guter Handwerker kennt seine Werkzeuge und hat sich seine Methodenkompetenz Stück für Stück erarbeitet. Darum wird es Zeit, uns von der Vorstellung der kreativen Erleuchtung, die einen unter der Dusche trifft, zu verabschieden und die Ärmel hochzukrempeln ;-).

 

 

Über den Autor

Marion Haidacher

Meine Rolle bei Liechtenecker:
Powerfrau im Bereich Content UX & Innovationsmanagement, Schöpferin von Präsentationen und Workshop Designs

Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre mein Beruf:
Chefin von irgendwas/irgendwem

Mein Herz schlägt für:
Gute Geschichten, Fashion, gesundes Essen, Reisen, verrückte Menschen, neue Erfahrungen

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