Unternehmensweite Zukunftsvision bringt mehr Umsatz

16. April 2019, von Susanne

Laut einer Studie von Edelman aus dem Jahr 2018 kaufen oder boykottieren 64 % der Konsumenten weltweit eine Marke aufgrund ihrer gesellschaftlichen oder politischen Position. Um 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Tendenz also steigend. Einen derartig klaren Standpunkt zu beziehen, der kaufentscheidend ist, schafft man aus meiner Sicht mit einer klaren Zukunftsvision. Wie kommt man aber zu einer solchen?

Die eingangs erwähnten Zahlen habe ich von Markus Gull – dem Storydude. Wer ihn schon einmal bei einem Vortrag erlebt hat, weiß, dass er sehr richtige Dinge auf sehr humorvolle Weise präsentieren kann. Seine Mission: Unternehmen zu ihrem Purpose führen, um darüber eine mitreißende Story zu erzählen, die Menschen begeistert. Ja, Menschen und keine Kunden, Zielgruppen, User oder sonst irgendetwas. Das hat er mir auch als Gast in unserem Liechtenecker Leseliste Podcast erzählt.

Liechtenecker Leseliste, Markus Gull, Susanne Liechtenecker

Die Zahlen sprechen für sich

In seinem neuen Buch, „Dann unternimm doch was“, zitiert er noch eine Menge mehr Zahlen aus eingangs zitierter Edelman Studie in 8 Ländern.

  • “53 % der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Marken mehr zur Beseitigung sozialer Missstände tun können als Regierungen; fast die Hälfte sagt, Marken haben dafür auch die besseren Ideen.
  • 64 % sagen, CEOs sollen positive Veränderungen einleiten und nicht darauf warten, dass diese von Regierungen angeordnet werden.
  • 54 % glauben, es ist einfacher, Marken anstatt Regierungen dazu zu bringen, gesellschaftliche Verbesserungen in Angriff zu nehmen.”

Eine Untersuchung der Julius Raab Stiftung zu unternehmerischer Verantwortung und digitalem Wandel, die Gull ebenfalls im Buch zitiert, zeigte:

  • “Von Mediennutzung über Arbeitsmarkt, Bildung und Ausbildung bis hin zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz, medizinischer Versorgung und dem Finanzmarkt trauen die Menschen den Unternehmen mehr Problemlösungskompetenz zu als der Politik oder NGOs.
  • Als Entwickler neuer sozialer Systeme werden die Unternehmen von 89 Prozent als sehr oder einigermaßen wichtig gesehen.”

Speculative Design als Methode für eine Zukunftsvision

Das ist schon eine große Erwartungshaltung an Unternehmen bzw. UnternehmerInnen. Man könnte fast schon sagen, eine soziale Verantwortung. Aber wie wird man denn dem gerecht?

Die Antwort des Zukunftsforschers Franz Kühmayer wäre vermutlich Cohesive Leadership, von dem er vor Kurzem am Casinos Austria Innovation Day erzählt hat. Ein Führungsstil, der den Zusammenhalt im Unternehmen fördert und in den Fokus rückt.

Cohesive Leadership baut dabei auf drei Säulen: Purpose, Education, Participation – kurz PEP.
Purpose, also der Sinn, den man in der Arbeit finden soll; Education, was den gesamten Bereich Ausbildung, Qualifikation und Bildung beinhaltet; und Participation, die Beteiligung am Fortkommen des Unternehmens.

Wie können Unternehmen nun mit PEP bessere Ideen haben als Regierungen und positive Veränderungen herbeiführen, für die Gesellschaft als Ganzes und im Grunde dadurch auch für sich selbst? Nun, dazu braucht es einmal eine Vorstellung von einer Zukunft die man haben möchte. Nicht nur einer, auf die man mit Ängsten und Sorgen blickt, sondern eine, die auch Lösungen bereitstellt. Nicht nur eine, die Meinungen und Vorstellungen kopiert, sondern aus den eigenen Köpfen stammt.

Dabei kann Speculative Design helfen. Denn wer Zukunft gestalten will, muss auch über die Zukunft nachdenken. Um einen Purpose zu erfüllen: eine bessere Zukunft. Durch Education, indem durch die Beschäftigung mit der Zukunft Wissen über Trends und Technologien ins Unternehmen und dann in die Gesellschaft getragen wird. Bestenfalls passiert das alles dann auch noch partizipativ, indem nicht nur eine Führungsriege, sondern alle in einem Unternehmen und sogar Stakeholder und die Gesellschaft in der Entwicklung dieser wünschenswerten Zukunft miteinbezogen werden. Speculative Design erschafft Artefakte aus der Zukunft für das Heute. Für alle. Auch ganz PEPig, wenn ich mir dieses Wortspiel am Ende erlauben darf.

Marken und Unternehmen, die das tun, haben eine Zukunftsvision und damit eine größere Chance einen Standpunkt zu beziehen, Orientierung zu bieten und in Folge wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Susanne

Meine Rolle bei Liechtenecker: Ideen-Generator, ist auf diversen Konferenz-Bühnen anzutreffen, bereichert unser Lab mit psychologischem Know-how Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre mein Beruf: psychologische Forscherin im Bereich Bildung und Kinderentwicklung Mein Herz schlägt für: Meine Familie, Yoga, mit meinem Baby durchs Badezimmer tanzen
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