Like und kommentiere für deinen Pinguin!

4. September 2013, von lieAdmin2019

Ein Raunen ging vorige Woche durch die Social Media Landschaft. Facebook ändert die Promotion Guidelines. Und zwar nicht mit einer kleinen Änderung, sondern gravierend. Ab sofort sind also Like- und Kommentar-Gewinnspiele erlaubt. Ein Aprilscherz? Ein Missverständnis? Da fehlt doch noch etwas?

Fangen wir von vorne an: Bis vor Kurzem war das die Durchführung einer Promotion, also von allen Gewinnspielen, nur in einer zusätzlichen Applikation erlaubt. Alles was sich direkt auf der Fanpage eines Unternehmens oder mit den Facebook Funktionen wie “Likes” oder auch Kommentaren und Nachrichten abspielte, war für Promotions ausgeschlossen.

Das war zu Beginn für die Fanpagebetreiber einmal unangenehm und etwas störend, man gewöhnt sich aber schnell daran. Manche hielten die Regeln rigoros ein, manche meldeten diejenigen, die doch dagegen verstießen und manch Social Media Experte bildete seine Existenz darauf, “das geht so nicht, das verstößt gegen die Guidlines” zu rufen.

Auf die zugleich entstandene große Aufregung, dass der Newsfeed bald nur mehr von solchen Gewinnspielen überschwemmt sei, wurde (bis jetzt) nicht reagiert. Abgesehen von der Befürchtung keinen qualitativ hochwertigen Content mehr zu bekommen, was Facebook ja immer ein Anliegen war und woran auch sicher im neuen Algorithmus gearbeitet wird, gibt es aber wenig Gründe Like-Gewinnspiele generell und für jede Situation auszuschließen.

Die Intention von Facebook  bei dieser großen Öffnung der Spielregeln war es, es für Unternehmen aller Größen einfacher zu machen, Gewinnspiele auf Facebook zu veranstalten. Und das ist mit dieser Änderung auch geglückt. Nicht nur aber gerade auch ein kleiner Fanpagebetreiber kann jetzt ohne mühsamen Zukauf einer App ein Gewinnspiel veranstalten und so auf sich aufmerksam machen. Das lokale Cafe verlost Gutscheine, der Fußballverein einen Anpfiff und der Frisör ein Umstyling.

Erlaubt ist, was gefällt?likeandshare

Den genauen Wortlaut der geänderten Richtlininen könnt ihr hier und hier nachlesen, unsere kleine Zusammenfassung verrät aber schon viele Möglichkeiten.

Erlaubt sind ab sofort beispielsweise folgende Gewinnspiel-Mechanismen:

  • Der lustigste Vorschlag gewinnt ein neues Maskottchen.

  • Der Kommentar mit den meisten Likes gewinnt eine Katze.

  • Der beste Spruch wird unser neuer Slogan und gewinnt einen Gutschein des Unternehmens.

  • Postet eure Urlaubsbilder, das Bild mit den meisten Likes oder den meisten Kommentaren gewinnt.

  • Unter allen die Kommentieren und “Gefällt Mir”-Klicken wird ein Pinguin verlost.

Was bleibt tabu?

Die persönlichen Accounts für Gewinnspiele zu nutzen bleibt weiterhin nicht erlaubt. Das heißt Statusmeldungen bzw. Postings von Privatpersonen mit Hasthags mit #WinPinguin oder #Ichwilles oder Shares vom eignen Beitrag dürfen nicht für Gewinnspiele verwendet werden.

Facebook verlangt außerdem weiterhin, dass die Nutzer auf die Teilnahmebedingungen hinweisen werden und ebenso darauf, dass Facebook nichts mit dem Gewinnspiel zu tun hat und auch nicht der Ansprechpartner für Gewinnspiele ist.

Diese Punkte lassen sich auf den ersten Blick schlecht in einem Posting unterbringen und sollten also im Idealfall auch extern aufrufbar sein. Muss aber nicht immer der Fall sein.

Schnell reagiert und gut umgesetzt haben viele, hier also eines von vielen gelungenen Beispielen, die so vorher klar nicht möglich gewesen wären.

Diese Entwicklung bietet aus unserer Sicht für kleine Unternehmen gute und interessante Möglichkeiten. Aber auch größere Fanpages können auf diese Art und Weise schnell eine Verlosung durchführen ohne ein großes Projekt zu starten und vielleicht tiefer in den Budget-Topf greifen zu müssen.

Intensives Auseinandersetzen mit der Marke, Storytelling und Gamification wird man über diese simplen Gewinnspiele aber nicht entwickeln können. Die Social Media Strategie, sofern vorhanden, sollte generell nicht nur aus Gewinnspielen auf Facebook bestehen – von daher müsste sich auch die Aufregung auf Seiten der Unternehmen, aber vor allem auch der Berater in Grenzen halten.

Wir finden die Entwicklung sehr begrüßenswert, da man jetzt die Budgets in qualitative Apps und Aktionen stecken kann und nicht die 1.000ste Abwandlung von „Lade dein Foto hoch“ oder „Lade 5 Freunde ein“, etc. durchführen muss – weil bereits umgesetzt und günstig bzw. vom Kunden vorgeschlagen – wenn es einmal schnell gehen soll und das Budget knapp ist.

Was sagt ihr zu den geänderten Guidelines? Chance oder Risiko? Vielleicht beides?

Stephan

Meine Rolle bei Liechtenecker: langgedienter Frontend-Veteran Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre mein Beruf: Förster ohne Kontakt zu Menschen! Mein Herz schlägt für: die Arterien.
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