10 wichtige Punkte zu Blogger-Relations

18. Juni 2013, von Jürgen

Blogger Relations
Blogger* werden als Multiplikator und Medienvertreter für Unternehmen, neben klassischer PR-Arbeit und Journalisten, zunehmend interessanter. Ist dieses Medium in den letzten Jahren erwachsen geworden, so ist die Beziehungspflege oder bzw. der Aufbau von Bloggerrelations noch eher in den Kinderschuhen, jedenfalls in unseren Breitengraden.
Die interessierten Blogger auf der einen Seite, bewegen sich auf einer schmalen Gradwanderung zwischen ihrem echten und subjektiven Content und einer Art Kommerzialisierung, wenn sie über Produkte oder Firmen berichten wollen. Die Unternehmen oder PR-Agenturen auf der anderen Seite, haben Unsicherheit, wie sie die Blogger nun ansprechen sollen, im Vergleich zu Journalisten. Hierfür gibt es ein paar einfache Regeln.

Blogger-Relations

Bei Bloggerrelations geht es (wie der Name schon sagt) darum, unternehmensseitig eine Medienbeziehung zu Blogbetreibern aufzubauen, um entsprechenden Content oder Berichterstattung zu erhalten. Blogger sind schon lange keine Tagebuchschreiber mehr (gibt es berechtigterweise auch noch), sondern sind zu relevanten und authentischen Contentredakteuren geworden. So geht aus einer aktuellen Studie von Skybox hervor, dass 80% der Konsumenten, Informationen aus Blogbeiträgen vertrauen und diese als echt und authentisch verifizieren. Über 60% machen Kaufentscheidungen im Internet, aufgrund einer Blogempfehlung abhängig. Dies nicht zuletzt, weil Content auf Blogs von Google aufgrund der Aktualität höher gerankt wird. Interessant ist hier übrigens auch der letzte Technorati Report, dort rangieren Blogs als relevantestes Online Service unter den Top 5.
Man sieht, Blogs sind definitiv bedeutend geworden, weil sie für deren Leser als glaubwürdige und unabhängige Informationen stehen. Will man hier in Beziehung treten, gelten für Blogger wesentliche und wichtige Unterschiede, gegenüber der gewohnten Pressearbeit. In keinem Fall können die gewohnten PR Mechanismen bei Blogger-Relations angewendet werden.

  • Blogger sind meist keine Journalisten: (gibt es natürlich auch), deswegen bitte KEINE Presseaussendungen an Blogger verteilen, sondern individuellen und relevanten Inhalt anbieten.
  • Blogger wollen nicht einfach so über ihre Produkte oder Unternehmen schreiben: Man sollte sich vorher jeden angeschriebenen Blog im Einzelnen ansehen, ob die Anfrage überhaupt im Detail zum Blogcontent passt, oder für den Blogger interessant ist.
  • Blogger wollen Transparenz und Authentizität, bitte auch mit den Bloggern direkt und ehrlich sein. Ein Standardtext wie ich ihn als Foodblogger auch mal bekomme: „Wir haben deinen Blog gelesen und besonders der XY-Beitrag hat uns gut gefallen..“ bewirken das Gegenteil. Einfach offen und ehrlich sein, worum es in der Sache geht.
  • Blogger sind nicht zwingend Teenies: Bei Anfragen wird gerne ein sehr euphorischer Tonfall verwendet: „Hallo lieber Blogger! 🙂 Wir finden dich und alles total toll und es ist einfach so super das Web.2.0…“ Ganz einfach, wie im „richtigen“ Leben auch, eine erwachsene und offene Ansprache ist gefragt. Auch nicht immer per DU sein, wir sind keine Kinder..
  • Blogger verstehen lernen. Persönliche Kommunikation ist gefragt, wie tickt der Blogger, was interessiert ihn, das kann man beim Durchlesen von 2-3 Blogbeiträgen schnell erkennen.
  • Kein falschen Erwartungen schüren: Es ist besser klar zu stellen worum es in der Anfrage geht. Bitte kein unnötiges Bauchpinseln und Beschenken und vielleicht nachher darüber beschweren warum es keine Blogbeiträge gab. Ich beobachte oft, dass Blogger auch hier nicht so erfahren sind, hier könnte der Blogger-Relationsinteressierte auch die Erwartungen aufklären.
  • Blogger können nicht über einen Kamm geschert werden: Die Blogosphäre ist unglaublich fragmentiert und verschieden. Journalisten haben einen klaren Auftrag, Blogger meist nicht. Ein Fashionblogger zum Beispiel kann 18 Jahre sein und will ein erweitertes Facebook haben oder ein Corporate Blogger für ein Modemagazin sein.
  • Blogger brauchen nicht nur Action: Meistens werden Blogger-Relations nur über ein Event gestartet. Es sollte aber auch mit hinlänglich Information gepaart sein und Action muss nicht immer im Vordergrund stehen.
  • Blogger machen nicht alles gratis: Blogger professionalisieren sich immer mehr und haben guten Traffic, darum kann auch gerne ein entsprechender Beitrag etwas kosten. Es muss hier für beide Seiten eine Aufklärung auch für den Blogleser passieren. Sollte es einen bezahlten Beitrag geben, sollte der Blogger aber auch passende Reichweiten herzeigen können. Hier kann man Blogger unterstützen, in dem man über Mediakits aufklärt.
  • Es gibt nicht DAS Bloggerverzeichnis oder Listen: Wir werden immer nach passenden Verteilerlisten gefragt, oder wieviele Blogs es zu XY-Thema in Österreich gibt. Es gibt keine exakten Zahlen, man muss sich nirgends registrieren um „offizieller“ Blogger zu sein. Eine gute Vernetzung und Recherche ist hier Vorraussetzung und die anschließende Bewertung muss selber vorgenommen werden.

Fazit

Insgesamt dürfen Blogger-Relations nicht überbewertet werden, da die Reichweiten mit klassischen Medien im Onlinebereich natürlich nicht vergleichbar sind. Nichts desto trotz sind Blogs ein immer wichtig werdender Teil der Medienlandschaft, nun auch im gemütlichen Österreich 😉 Mit mehr Professionalisierung auf beiden Seiten kann es zu schönen Ergebnissen führen, für einen perfekten Mix der Unternehmenskommunikation mit Mehrwert für Blogger und Unternehmen.
*Auf Gendering BloggerInnen-Relations wurde verzichtet 🙂

Jürgen

Meine Rolle bei Liechtenecker: - Wenn es weder IT noch Digitalisierung gäbe, wäre mein Beruf: - Mein Herz schlägt für: -
6 Kommentare.
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2. Oktober 2016 um 20:28

Klasse Artikel, vielen Dank dafuer! In Oesterreich gibt es uebrigens blogheim.at, da haben sich mittlerweile an die 1.300 Blogs registriert, sortiert nach Themen. Ganz praktisch!

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1. Dezember 2014 um 16:45

Hallo Jürgen,
toller Artikel. Wollte nur einmelden, dass der Technorati-Link tot ist.
lg
Bernd

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7. November 2013 um 13:19

Kurz und knackig, danke für die Zusammenfassung Jürgen. Besonders den vorletzten Punkt muss man betonen, das verstehen viele (Unternehmen) noch nicht 😉
Hast du die Blogparade von Mike Schnoor gesehen, vielleicht magst du dich ja auch dort beteiligen!?

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25. Juli 2013 um 16:18

Tolle Übersicht, vielen Dank!

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19. Juni 2013 um 12:12

Sehr toller Artikel 🙂 da ich zu diesem Thema gerade eine Bachelorarbeit verfasse und demnächst eine Umfrage bei Food Bloggern durchführe, freue ich mich über diese Übersicht.

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