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Warum Webdesign nicht 700€ kostet

In den meisten Marktsegmenten gibt es Billiganbieter, die reguläre aber auch faire Preisgestaltungen unter das Limit drücken. So auch bei Webdesign-Dienstleistungen. Der Interessent braucht nur mal in Google nach “Webdesign” zu suchen, schon sieht man unvorstellbar billige Preisangebote: “Ihre Webseite um 189€!” zum Beispiel. Wieso das unrealistisch ist und qualitativ so nicht funktionieren kann, beschreibe ich in diesem Blogpost.

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Mach mir eine Community

Als aktuelles Beispiel gebe ich hier einen Textausschnitt aus einer Mailanfrage zum Besten:

“…verlangt wird eine eigenständige Community am Beispiel Xing oder Facebook im Bereich ….. – Ich möchte dabei eine komplette Userverwaltung, Gruppen, und die üblichen Social Network Features. Das Design soll höchst modern und sexy sein. Logo oder CD/CI ist noch nicht vorhanden… Sonstige Features: Newsletteranmeldung -Template, Chatfunktion…. Dabei ist unser Budgetlimit bei 700€..”

700 Euro ist eine Menge Geld, aber brechen wir es mal von der benötigten Zeit auf einen in der Branche üblichen Stundensatz herunter. Außerdem hab ich zum Vergleich an ein paar bezahlte Dienstleistungen aus meinem Leben gedacht. Bei meiner Friseurin sitze ich ca. 20 Minuten, es kostet mich 30€, mein Automechaniker verlangt 80€ in der Stunde, ein Architekt kostet > 100€, für meine Steuerberaterin zahle ich 80€ pro Stunde etc. Den Zahnarzt erwähne ich lieber nicht. Es bewegt sich eigentlich alles im Schnitt zwischen 60€ und 80€. BTW: Ich zahle alles sehr gerne, denn ich bekomme professionelle Dienstleistungen dafür.

Beispielrechnung: Webdesign

Bei der Aufwandschätzung am Beispiel Webdesign, nehme ich Elemente aus meiner Erfahrung bzw. den bisher realisierten Projekten. Das ist natürlich jenseits von irgendwelchen fertigen Templates oder Schnellösungen, ich rechne hier ein durchschnittliches Webprojekt.

  • Kundenbetreuung: Ein vernünftiger Kunde will erstmal Konzeption und passende Betreuung. Dazu sind Meetings, Absprachen, Abstimmungen Präsentationen und Dokumente notwendig. ~ 20 Stunden
  • Konzeption: Struktur, Sitemap, Storybook ~ 20 Stunden
  • Design: Skizzierung, Logodesign, Corporate Design, Screendesign ~ 22 Stunden
  • Frontend: XHTML und CSS – valider semantischer Code ~ 32 Stunden
  • Backend: CMS, Datenbank, PHP ~ 32 Stunden
  • Suchmaschinenoptimierung: Keywordrecherche, Implementierung ~ 8 Stunden

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich bei meiner Modellrechnung auf 134 Stunden. Die Webagenturstundensätze in Österreich bewegen sich zwischen 60€ und 140€. Wenn wir einen passenden Mittelwert hernehmen, könnt ihr euch die Summe ja selber ausrechnen.

So viel Geld?

Das ist natürlich wesentlich mehr Zaster als 700€, dazu habe ich Folgendes zu berichten.

Ich komme aus dem Marketing und hab auch viel klassische Werbung und PR im Printbereich gesehen. Die Preise spielen da in einer ganz anderen Liga. Kunden sind gut und gerne bereit für eine 1/4 Seite in einem Magazin Zig-Tausende Euro auszugeben, weil das eben so üblich ist oder schon seit Jahren so gemacht wird. Welchen Return sie davon erhalten wissen sie nicht und an einem konkreten Beispiel weiß ich, dass mir mein Kunde von keinem einzigen Neukunden über diese Anzeigen erzählen konnte. (Obwohl dort die Neukunden immer gefragt werden woher sie kommen.) Ich habe ein Webprojekt für diesen besagten Auftraggeber umsetzen dürfen und siehe da: Nach 5 Monaten sind bereits ein paar Kunden über die Webseite bzw. zusammenhängende Webseiten in seine Praxis gekommen. Da hat sich die Investition der Webseite inkl. aller Onlinemarketingmöglichkeiten drumherum schon bezahlt gemacht.

Bevor kleine oder neue Betriebe Geld für anderwertiges Marketing ausgeben, sollte in eine professionelle Webseite investiert werden. Denn erstens, ist die Webseite heutzutage die Basis der meisten Werbeaktivitäten seitens Unternehmen und Suchaktivitäten von potentiellen Kunden. Zweitens, kann mit einem mit der richtigen Investition ins Web mehr erreicht werden als über klassische Kanäle. Wenn wir von professioneller Betreuung reden, werden auch immer Ziele mit dem Webprojekt verknüpft. Der Kunde bekommt ein einzigartiges Design, Ideen, Prozessverbesserungen, neue Marketingmöglichkeiten und vieles mehr. Es geht eben bei professionellen Webdesign nicht nur bloß um die Realisierung einer Webseite, sondern auch um Marketingmaßnahmen drumherum bis zu Online-PR oder Social Media Marketing.

Klassisches Marketing ist nach wie vor sehr wichtig und nicht zu unterschätzen, aber vielleicht relativert meine Zeitschätzung das vorherrschende Webdesign-Preisdumping ein wenig. Professionelle Dienstleistung soll passend bezahlt sein, jeder will fair für seine Arbeitsleistungen entlohnt werden lieber Zahnarzt, gell? :) Wie hat ein Freund unlängst zu mir gesagt: “Man bekommt immer das, was man bezahlt” – einfach , aber wahr.

Beitrag geschrieben am 08.09.2009 von

Juergen

Geschäftsführer bei der Agentur Liechtenecker

Sonst:
Koch auf goldschwarz.at, Design im Blut, spielt gerne und liebt seinen Job!

  • Hi Jürgen,

    ja das stimmt schon alles, ich habe auch in größeren Agenturen gearbeitet und kenne die deutschen Preise in NRW, Berlin und Bayern. Allerdings darf man auch nicht vergessen das es Freelancer gibt, die aufgrund ihrer geringeren Kosten und Ausgaben auch günstiger arbeiten können. Und der Faktor Standort ist auch zu beachten, denn hier bei mir kosten 20 Minuten Friseur gerade mal die Hälfte. Bei einem sehr guten Friseur, kein Billigladen. Ebenso der KFZ-Mechaniker. Ab 45,-€ ist ein normaler Stundensatz hier in NRW. Ich wohne in einem großen Haus mit 600,-€ Miete inkl. Nebenkosten. Ich würde mich selbst als erfahren und kundenorientiert bezeichnen. Nun gibt es Leute die mir sagen das sie für die gleiche Sache viel mehr nehmen als ich. Diese Leute sind aber auch ständig auf der Jagd nach Aufträgen, machen Pitches und bekommen reihenweise Absagen. Sie müssen teilweise den Kunden auch sehr viel Honig um den Bart schmieren um Aufträge zu bekommen. Dieses erspare ich mir größtenteils, indem ich meine Preise etwa in der Waage halte, zwischen dem was der teuerste verlangt, und dem was ich zum Leben brauche. Stundensätze von 100,-€ und mehr sind einfach für meine Zielgruppe total unrealistisch. Das sind Preise die hierzulande Agenturen mit 60 Mitarbeitern von großen Unternehmen verlangen. Ich bin keinesfalls billig, aber ehrlich und das schätzen meine Kunden glaube ich sehr. Um Aquise brauche ich mir jedenfalls keine Sorgen machen, und Leben kann ich davon auch sehr gut. Fast jedes Angebot wird zu einem Auftrag. In meinen Augen ist die richtige Mischung aus Kompetenz und Preisgestaltung entscheidend.

    Grüße, Simon

  • […] zitiere ich an dieser Stelle gerne einen Satz den Jürgen Liechtenecker in seinem Blog zum Thema […]

  • Pingback: Fakten: Was das Erstellen einer Homepage kostet › Onlinemarketing Agentur WKM

  • Am besten: vollen Service für…. natürlich umsonst. Schade, dass ich diesen Beitrag so spät entdeckt habe.

  • […] zitiere ich an dieser Stelle gerne einen Satz den Jürgen Liechtenecker in seinem Blog zum Thema […]

  • Pingback: Fakten: Was das Erstellen einer Homepage kostet

  • Es ist und bleibt ein schwieriges Thema. Leider zeitlos! Auf meinem Blog habe ich hierzu ein paar Gedanken beschrieben. Einerseits halte ich die Preisorientierung am Wettbewerb für verheerend – es ist ausschließlich der Nutzen und Wert für den jeweiligen Kunden entscheidend: http://wertsatz.de/2013/09/06/preisorientierung-wettbewerb/ und andererseits mangelt es vielen von uns an dem notwendigen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und dem Selbstbewusstsein gegenüber Kunden: http://wertsatz.de/2013/09/06/vier-fragen-fuer-mehr-selbstbewusstsein-gegenueber-kunden/ Es bleibt spannend :-)

  • Nach fast 4 Jahren ist dieser Artikel aktueller denn je. Leider tragen Portale wie Twago nicht gerade dazu bei, dass der Preisverfall gestoppt wird.

    Auch wir haben uns aus diesem Grund bereits im letzten Jahr zu den Preisen von Webseiten geäußert (http://www.designwargestern.de/2012/04/was-kostet-eine-webseite/).

    Grüße von den Kollegen aus Deutschland!

  • Der Artikel ist so klasse, den legen wir sogar dreißten Kunden vor, bringt manchmal was, manchmal auch nicht. Aber ich finde es super – das jemand mal das Eis bricht und erörtert, was es mit den Kosten auf sich hat!

    BG, Benni

  • […] sanieren lassen, oder wären Sie misstrauisch? Einen guten Artikel zu diesem Thema finden Sie auch hier. Professionelles Design ist eine Investition in Ihr Unternehmen, denn Ihre Webseite ist oft der […]

  • Pingback: 7 Dinge, an denen Sie einen guten Webdesigner erkennen | Ruby Rainbows Blog

  • […] […]

  • Pingback: JTL Wawi und Magento - Seite 3

  • Super Artikel! Galt auch als Inspiration zu meinen Beitrag zum Thema:
    http://www.web-kunst-markt.at/was-das-erstellen-einer-homepage-kostet
    Hoffe das passt so, Grüße aus Kufstein

  • Was mir noch fehlt ist die Tatsache, dass ich einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Wochenarbeitszeit dazu aufwenden muss, um mit meinem Know-How auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Insofern hat man auch Aufwand, der nur indirekt in ein konkretes Projekt einfließt, aber irgendwie auch abgerechnet werden muss.

  • […] Geld einbringen wird (!), ist man nicht bereit, die nötige Summe zu investieren. Gutes Webdesign kann einfach nicht nur 700€ kosten, wie mein österreichischer Kollege Jürgen Liechtenecker einmal festgestellt hat. Eine Homepage, […]

  • Pingback: Warum gutes Webdesign wirklich wichtig ist | Hecht MediaArts

  • Das ist wohl das Standard-Problem mit dem jede Internetagentur zu kämpfen hat. Aus meiner Sicht ist die Lösung für das Problem, kontinuierlich gute Qualität bei seinen Projekten zu liefern. Damit kann man sich hervorragend von 0815-Anbieten abheben. Jedoch wird es immer diesen Kundenstock geben, der so wenig wie möglich für seine Website zahlen möchte und dem Qualität komplett egal ist.

  • Dazu fällt mir nur ein: “If you pay peanuts you get monkeys.”

  • Ich finde die Diskussion müssig. Zum Geschäft gehören immer zwei, einer der will und einer der macht. Wenn ich nicht will, mache ich auch nicht und dann ist es mir auch egal ob es jemand anders macht. Und zu welchen Konditionen.

  • Ich betreibe selber seit 12 Jahren eine Agentur für Grafik und Webdesign und kann den oben genannten Stundenangaben überhaupt nicht zustimmen. Freelancer die dermaßen lange für eine Webseite benötigen würde ich sofort in die Wüste schicken. Vielleicht gab es irgendwann mal Kunden die solchen Kalkulationen Glauben geschenkt haben aber heutzutage setzt man, vorausgesetzt man ist kein Anfänger das Backend und Frontend in 1-2 Tagen um. Nach obiger Kalkulation von 6 Tagen frage ich mich was der Programmierer so lange treibt und wer diese Schnecke am Ende bezahlen soll. Ich denke die Agenturen die heutzutage noch von solchen hohen Preisen für eine normale CMS-Webseite träumen verschwinden in den nächsten 2-3 Jahren vom Markt.

  • Sehr interessanter Artikel, habe ich gerade entdeckt und genüsslich gelesen. Hier ist meine lustigste Anfrage:
    “hallo :)

    ich wollte mal fragen,ob sie auch homepages so fertig stellen ? :)

    liebe grüße”

  • Die Diskussion finde ich sehr interessant, weil hier zwei verschiedene Webdesignparadigmen aufeinandertreffen.
    Zum einen diejenigen, die die Aufgabe eines Webdesigners rein bei der Erstellung (technisch und designerisch) einer Website sehen, zum anderen der holistische, ganzheitliche Ansatz, den ich selbst auch bevorzuge. Gerade bei KMUs, also den Kunden, die billige Websites wollen, gibt es meist für eine Webdesign kein oder fast kein Konzept – keine Informatione, oft kein geeignetes Bildmaterial, sehr oft keinerlei Corporate Identity. Wenn eine Vorgängerseite existiert, ist sie meist qualitativ schlecht und nicht durchdacht – wie oft ich den Satz schon gehört habe: “die hat der Sohn der Schwester des Freundes eines Arbeitskollegen gemacht, war sehr günstig, aber ich erreich ihn nicht mehr, und ich bräuchte doch so dringend eine Änderung…”

    Qualität hat einen Preis – das hat nichts mit Wucher zu tun, sondern mit pragmatischer Logik. Wer Qualität liefert, arbeitet mehr und länger, und muss daher auch mehr verrechnen, es sei denn, er arbeitet gerne gratis.
    Wer also billige Websites anbietet, kann weniger Zeit in die Site investieren, und liefert ergo auch weniger Qualität – heißt nicht, dass die Website dann unbedingt schlecht ist. Aber Marketingüberlegungen, Strategien, Markt- und Kundenanalysen, Werbestrategien… all das bleibt völlig auf der Strecke. Wenn der Kunde – und viele KMUs haben genau das Problem – das nicht selbst leisten können, bringt ihnen die Website werbetechnisch genau – nichts. Und was wird der Kunde tun, wenn er unzufrieden ist? Er geht erst recht zum teureren, weil mehr Zeit investierenden Unternehmen, um zu bekommen, wovon er anfangs noch nicht einmal wusste, dass er es braucht. Und das hat nichts mit “Aufschwatzen” zu tun.

  • aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass diese kleinen kunden meistens auch gar nicht wissen, was sie wollen.
    sie sind selbst nicht im internet präsent, nutzen social networks nicht & sehen das ganze meistens als relativ sinnlosen luxus, den man heutzutage eben hat.

    da bringt es meiner meinung nach dann auch wenig, wenn man über preise oder gar design oder seo etc. redet. irgendwer wird den auftrag schon für ein paar hundert euro erledigen, und dann wird der kunde sehen dass ihm das nichts gebracht hat: bis dahin hat er dann das internet entweder aus seinem leben gestrichen oder ist sich des fehlers bewusst geworden und sucht nach einer professionellen & auf ihn abgestimmten lösung.

  • Also das Beispiel mit der Community zu Beginn ist genial, habe gut gelacht. Wenn so eine Anfrage im Postfach liegt, muss man aufpassen dass man nicht vor lachen vom Stuhl fällt :D
    Die Beispielrechnung ist auch sehr schön und völlig gerechtfertigt. Schade dass die meisten Kunden bereits bei der Hälfte der kalkulierten Summe zusammenzuckt. Hier kommt dann wirklich das Verkaufstalent dazu um den Auftrag durchzubekommen. Der Artikel kann hierzu gut als Argumentationsfindung dienen. Sehr schön geschrieben!

  • Internet ist ein “skurriles” Medium, und eigentlich ist da doch nicht viel zu machen, denkt der Bauer, stimmt sagt der Neffe!

  • Sehr schön zusammengefasst. Und es ist richtig.

    Das Beispiel mit der Community ist hart, frech und ich weiß nicht, ob ich auf solch eine Anfrage überhaupt reagieren würde.

    Doch es gibt “kleinere” Kunden, die mit einer “Template-Seite” durchaus gut bedient sind. Nicht jeder Kunde braucht ein umfangreiches Konzept und ein ausgefeiltes Layout.

    Doch die Preise für Webdesign nicht nicht nur durch dubiose Anbieter und die “kostenlose Homepage” versaut. Auch viele Agenturen drücken den Preis und wollen für die Umsetzung eines komplexen Layouts einen Festpreis im unteren Segment. Doch so geht es eben nicht …!

  • Netter Artikel und ich müß mal sagen, es hat sich nicht viel geändert.

  • Finde ich sehr schön. Vielen Dank

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  • finde ich toll hier.

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  • Das Thema ist nach wie vor aktuell und wird es wohl immer bleiben. Die “Billigheimer” mit ihren Baukästen oder Standard-Templates werden nicht aussterben.
    Bei den Anbietern von Webseiten und -dienstleistungen wird aber oft viel zu wenig über den Kundennutzen nachgedacht. Wenn der Kunde merkt, dass ihm eine gute Webseite mit entsprechenden flankierenden Maßnahmen wirklich einen Nutzen bringt, besteht die Chance, dass er seine Meinung ändert. Und vielleicht erzählt er es ja weiter, und ein paar andere kapieren dann auch, dass die Billigseite einfach nichts bringt.

    Aufklärung tut also weiterhin Not, auf breiter Front und da, wo sich die Kunden im Web aufhalten. Und das sind leider nicht die Blogs zu Web- und SEO-Themen.

  • Die ganze Diskussion hier, nicht nur vorneweg den Initial-Artikel, finde ich klasse. Bemerkenswert auch, wie unterschiedlich in den Details die Meinungen sind. Ich persönlich biete auch keine Websites für 700 EUR an – aber ich mache den Kunden modulare und sehr differenzierte Angebote. Aus denen geht dann für die Kunden meist schnell hervor, das “Webdesign” in meinen Angeboten die reine Grafik ist, also eben wirklich “Design”. Hinzu kommen sauber unterschieden noch alle anderen für eine erfolgreiche Website nötigen Arbeitsbereiche, die ich aber einzeln aufführe, erkläre und mit Zeitaufwand und Preis ausweise. Daraus entstehen dann zwar locker 10-seitige Angebote mit ca. 7 bis 10 verschiedenen Positionen – aber meine Kunden verstehen das meistens und bedanken sich sehr oft sogar bei mir dafür, dass ich das so übersichtlich und klar erläutert habe.

    Klar – die üblichen Fälle, wo dann der Kunde trotzdem meint, das braucht er nicht oder das kann er sich nicht leisten, die gibt es auch bei mir. Aber zum Glück bleiben genug von den “Einsichtigen” übrig, die dann doch mit mir und meinen Kollegen arbeiten möchten. Ich kann das aus über 10 Jahren Erfahrung mit “Angeboteschreiben für Internetprojekte” wirklich nur empfehlen: Sehr differenzierte Angebote machen – allerdings mit einer knappen Auflistung aller Tätigkeiten und Preise gleich auf Seite 1 – sonst dreht der Kunde am Rad, weil 12 Seiten lesen soll um die Gesamtkosten zu erfahren ;-)

  • Also die Anfrage zur Community mit dem Budget ist auf jeden Fall lächerlich. Gefährlich fände ich es, wenn der ‘Kunde’ jemanden gefunden hat, der dies zu dem Preis realisiert. Sicherlich kann er BuddyPress o.ä. aufsetzen und den Kunden selbst machen lassen, aber ist schon allerhand was sich so mancher für Vorstellungen macht. Aus meiner Erfahrung sind das aber auch keine Kunden, die man wirklich haben muss. Wie du schon richtig schreibst, ein florierendes Unternehmen kennt die Stundensätze, die man ansetzen muss, um ein solides Ergebnis zu bekommen – bzw. eine professionelle Dienstleistung.
    Ist aber nicht nur im Webdesign-Bereich so, dass man sich über Dumping-Preise ärgert – ich denke, dass man nach ein paar Jahre in seiner Branche unterscheiden kann, welche Kunden man haben muss und welche nicht – letztere schreiben eine solche Anfrage auch bei machdudas und ähnlichem aus… na ja – auf jeden Fall Danke für den Beitrag, immer wieder interessant ähnliche Erfahrungen zu lesen
    VG Heiko

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  • […] Thema passt auch der Artikel “Warum Webdesign nicht 700€ kostet”, zu finden unter http://liechtenecker.at/warum-webdesign-nicht-700e-kostet/                    Über den Autor: Jakob […]

  • Pingback: Warum gutes Webdesign teuer ist - Servaholics

  • Klasse Artikel. Richtig!

  • Hi!
    Alles richtig. Setzt aber leider voraus, dass man Kunden hat, die gutes von schlechtem Webdesign überhaupt unterscheiden können.

    Daran hapert das meistens.

  • […] bin ich auf den Artikel ”Warum Webdesign nicht 700 € kostet” gestoßen. Hier erkläre ich anhand selbst erlebten Situationen warum der Autor zu 100% […]

  • Pingback: Websites für 700 € und weniger - Selected Items

  • Sehr guter Artikel! Die logische Schlussfolgerung aus dieser Artikel ist, dass man die richtigen Kunden akquirieren muss. Kunden die Qualität zu schätzen wissen! Letzendlich ist der Erfolg eines Webprojekt stark von der Professionalität des Kunden abhängig. Und Kunden die nur mal schnell ins Web wollen um auch dabei zu sein, haben den Nutzen nicht begriffen. Meist ist Zeit die man in solche Kunden investiert vergebe Liebesmühe.

    Der Artikel hat mich inspiriert einen neuen Post auf meinem Blog zu schreiben. http://www.selected-items.com/websites-die-richtigen-kunden-akquirieren/

  • […] Den gesmaten Artikel findet Ihr auf Lichtencker.at: http://liechtenecker.at/warum-webdesign-nicht-700e-kostet/ […]

  • Pingback: Warum Webdesign nicht 700€ kostet | Gekus Blog

  • Professionelles Webdesign & Programmierung einer Webseite kann nicht 700 € kosten ( außer eine kleine Webseite ), denn wenn man bedenk das kreativität gefragt ist und z.B auf viele Dinge in der Programmierung achten muss wie valider Code etc. Es gibt aber immer Leute die eigentlich keine Ahnung haben und irgendwas einfach hinklatschen für wenig Geld. Jeder muss selber wissen was er macht.

  • …tja vielleicht sollte man eine Initiative auf die Beine stellen, die genau über die hier aufgelisteten Punkte aufklärt.
    Ich kenne das Problem des Preisdumpings auch, und bin es leid für Stundensatzforderungen um die 70€ – 80€ belächelt zu werden, während das Haus des Auftraggebers gerade für den selben Stundensatz renoviert wird.

  • […] zur Einführung » Preise bei Internetprojekten Teil I «Passend dazu: » Beitrag von Jürgen Liechtenecker […]

  • Pingback: Aktionsraum Internet – Preise im Webdesign, Kosten und die Preis-Leistung bei Internetprojekten Teil II

  • Unsere Erhebung zu den Erstellungskosten einer Website bestätigt die Aussage, dass für professionelles Webdesign weit mehr als 700 Euro budgetiert werden.

    Die erwähnten Billigangebote kommen oft nicht von professionellen Webdesignern, sondern von solchen Anbietern, die Webdesign nicht als Haupterwerb betreiben.

  • Danke für den Beitrag.
    Komischerweise fragen viele Leute, wie z.B. Schauspieler, Psychologen, einfache Freiberufler nach einfachen Webseiten, die dann auch nicht mehr als 300(!) Eur kosten sollen.
    Wenn die auf alles verzichten, wie Keywords, Descriptiontags etc. und sich mit einem leicht angepassten Template zufrieden geben, dann ist dem Webauftritt zu genüge getan (max 8H Aufwand).
    Dass diese Billigheimer Spezies dann oftmals noch nicht einmal in der Lage ist zu Inhalten beizutragen, steht auf einem anderem Blatt.
    Allerdings finde ich die Aufstellung auch schon ganz schön erheblich großzügig. Aber wir sind ja in Deutschland. Wir sind großzügig, Selbstausbeuter und leben gern über unsere Verhältnisse. Wir können das, unser Bruttosozialprodukt basiert auf Waffenhandel und Beamtentum.
    Soweit meine 10 Ct.

  • […] ich heute einen weiteren Artikel vom 08. September 2009 gelesen. Dort wird versucht zu erklären, warum eine Webseite nicht 700 Euro kostet. In der Modellrechnung werden 134 Stunden ermittelt. Bei dem erwähnten Stundensatz für […]

  • Pingback: Outsourcing von IT Dienstleistungen: Was darf eine Homepage kosten? | TreasureZone

  • Ein super Text und und man kann ihn super an kunden u.a. bedürftige Menschen weiterleiten – soviel Wahrheit liest man selten!

  • Ich danke dir vielmals für diesen genialen Beitrag.
    Mir haben die Worte gefehlt, du hast alles schön zusammengefasst.
    Dieser Link geht gleichmal an einpaar pot. Kunden raus :)

  • Hatte vor kurzem einen ähnlichen Fall.

  • […] vermutlich der Meinung, dass vernünftiges Webdesign nicht 700€ kosten kann, wie beispielsweise Jürgen Liechtenecker es in seinem Artikel zum Thema ausdrückt. Die Gründe hierfür leuchten ein. Schließlich liegen […]

  • Pingback: Was ist semiprofessionelles Webdesign wert? « NicolasSchabram.de

  • Wir bieten in Bremen unsere Leistungen meist nur noch in Verbindung mit Online Marketing Strategien zusammen an und haben dabei gute Erfahrungen auch in Konkurrenz zu den “Billiganbietern” gemacht. Letzlich setzt sich Qualität doch durch und die meisten Neukunden erhalten wir über Empfehlungen. Die schönste Seite ist doch “für die Katz`”, wenn keiner Notiz von ihr nimmt oder Unsummen für Werbung nötig sind. Hier sollte man auf keinen Fall auf die “Abwärtsspirale” aufspringen, sondern versuchen, vernünftige und faire Preise durchzusetzen

  • Gerade einen ähnlichen Fall gehabt: Kleiner erfolgreicher Handwerker aus dem Umland, fährt nagelneuen Audi S6 und will eine Website – aber am liebsten überhaupt nichts bezahlen. Und sagt es mir noch ins Gesicht, als ich auf seine Preisvorstellung erwidere, dass es zu wenig sei: “Na die Kunst ist es doch, viel Leistung für wenig Geld zu erhalten!”
    Niemand soll sein Geld zum Fenster herauswerfen, aber mit welchem Recht ein Handwerker (ohne dieses Gewerbe schlecht machen zu wollen) seine Arbeit als vielfach wertvoller im Vergleich zu unserem Geschäft hält, kann ich einfach nicht nachvollziehen.
    Diese Seite muss jetzt auf jeden Fall ein anderer armer Kollege machen (wahrscheinlich Kategorie “Schüler” oder “Frühpensionär”)…

  • Hallo, Herr Liechtenecker,

    ich finde es sehr schade, dass Sie meine Beiträge gelöscht haben. Wahrscheinlich waren meine Argumente und Ansichten nicht diskussionswürdig.

  • Bei den letzten beiden Kommentaren habe ich überlegt sie zu löschen, aber ich finde sie unterhaltend genug, um sei stehen zu lassen.

    EDIT: Ich hab sie nun doch gelöscht, da es sich hier um Spammer handelt.

  • Man kriegt immer das an Design was man bezahlt. Logisch dass für eine gute Dienstleistung letzendlich ein entsprechender Preis berechnet. wird. Speziell beim Design meinen viele halt das wäre keine richtige Arbeit: ‘Können Sie nicht mal “eben” einen Entwurf machen?’

  • @Onkel Herbert: …. genau warum bleibst du anonym? Hast wohl dein Rückrat bei den ganzen Schlumi-Auftägern verloren?

    Mal im ernst, es stimmt schon dass sich ein kleiner Gründer das nicht immer leisten kann. Aber mit diesen “ich mach mal eben ne einfache Seite” sinken auch die Ansprüche, damit auch die Preise und das zerstört den letztendlich den Markt.

    Ich habs schon mal gesagt: “Qualität hat seinen Preis” und das bleibt auch so.

    Zu dem Wachsen andererseits durch Web 2.0, Multimedia-Anwendugen, Marketing die Ansprüche der Menschen. Eine hochwertige, zugängliche Website benötigt nun mal eine gute Informationsarchitektur, Inhalte, Screendesign etc.

    Und gute Grafiker findet man übrigens nicht wie Sand am Meer. Quallen, ja, ab keine Schwertfische!

    Noch mal zu den kleinen Kunden: Ein gute Website,SEO,Marketing sollte sich irgendwann auch mal amortisieren. Da steckt auch der Kosten-Nutzen-Gedanke dahinter. Für Maschinen, Ausstattung etc. werden oftmals tausende Euro investiert, aber Nichts für ein professionelles Auftreten nach Außen. Diese Einstellung Vieler Unternehmer sollte man einfach versuchen zu untergraben.

    Diese Einstellung ist neben weiteren Faktoren sicher auch einer der Gründe, warum in letzter Zeit viele traditionelle Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu Grunde gegangen sind.

  • Lieber “@Onkel Herbert”

    Erstmal warum postest du dies komplett anonym? Das heißt du willst hinter deinen Billigleistungen nicht mit deinem Namen stehen, soweit ich das verstehe.

    Du schreibst, daß der Kunde mit einem Joomla Template zufrieden ist. Es stellt sich nur die Frage wie lange. Eine Firma will auch online eine gewisse Wertigkeit darstellen und ihre Leistungen und Produkte dementsprechend präsentieren.

    Was bringt eine billige Webseite wenn diese nachhaltig keinen Erfolg hat? Dann sind sogar 50 Euro rausgeschmissenes Geld.

  • Wenn ein Kunde von mir etwas Billiges will, bekommt er auch etwas Billiges. Joomla und ein nettes Template, ein bisserl am CSS gebastelt – fertig. 5 Stunden Arbeit, macht 500 Euro. Der Kunde ist zufrieden, ich bin zufrieden – was ist daran anrüchig oder gar “Wettbewerbsverzerrend”? Dass der Kunde seine Texte selber eingibt – naja, einen Texter bekommt er nicht um 500 Euro, aber das ist ihm klar.

    Natürlich kann man auch eine Seite “auf der grünen Wiese” bauen. Aber um auch nur annähernd an die Sicherheit einer Typo3 bzw. Joomla oder sonstwie Seite heranzureichen, kostet das tausende Euro, von denen der Kunde erstmal exakt nichts sieht.

    Ich habe früher (also 1989-1995 oder so) auch selber Seiten gestaltet, die auf der buchstäblichen grünen Wiese standen. Einfach deswegen, weil es nichts anderes gab. Heute beschäftige ich mich mit der Google Cloud und anderen Dingen, weil ich glaube, dass die Zukunft in den Wolken liegt. Kein Server mehr, der einfach so ausfällt, wo man teuren Ersatz vorhalten muss, nix. Und das Design? Naja, Grafiker gibt es bei uns wie Sand am Meer, die Fachhochschule für Medien ist in der Nähe, also gibt es auch “billige” Studenten, die ich teuer weiterverkaufen kann. Ethik? Interessiert mich nicht mehr, das kann ich mir nicht leisten ;-)

  • Für gute Leistung muss gutes Geld bezahlt werden. Das ist ganz klar. Was hier aber übersehen wird ist das Pre-Fab Anbieter ein völlig anderer Markt sind. Der Kunde liegt hier nicht Falsch, er hat sich einfach an die falsche Stelle gewannt. Wer bei einem Schuster ein paar Nike Schuhe bestellen will fliegt auch raus.
    Es gibt hier 2 Märkte, der eine ist Custom der andere ist Pre-Fab.

    Und mal ehrlich: Wenn jemand gerade ein Firma eröffnet dann liegen da nicht mal eben 14.000€ rum, sondern man ist froh das man sich die Miete des Büros leisten kann. 1500€ für die Homepage sind da das höchste der Gefühle. Wenn der Kunde dann in ein paar Jahren gut verdient hat, dann kann er wieder kommen und bekommt eine Custom Seite für 14.000€

  • Ich habe als Kunde vor etwa 3 Jahren mein erste Webseite in Auftrag gegeben, damals habe ich absolut 0 Ahnung von Webseiten und natürlich auch keine Ahnung davon gehabt wie viel arbeit dahinter steckt.

    Ich habe den Auftrag an ein Kumpel (Ich hatte halt 0 Ahnung) gegeben, und wir haben ein Preis von 1200 Euro vereinbart

    Ich habe natürlich kein Anforderungskatalog erstellt, sondern haben Ihn lediglich 10 Seite geschickt und gesagt, i will das von den, das von diese Seite etc.

    Nach 3 Monate war die Seite fertig, die Seite war relativ OK, aber leider hat mein Kumpel, wie ich im nachhinein festgestellt habe, wie viele Webdesigner (Hier in Kroatien) absolut 0 Ahnung von SEO, die Seite war in besuch auf SEO grauenhaft, es gab nur ein Möglichkeit, neu Seite erstellen, was dann nochmals 1200 Euro gekostet haben, Ergebnis, von der neue Seite war leider nicht viel besser,

    Von daher habe ich mich diese Jahr entschieden das einmal richtig zu machen, ich habe ein super tolle programmier gefunden haben ihn sehr viel Geld angeboten und ich gesagt er sollte mich ein SEO Ferrari bauen, ob es ihn ein Jahr dauert ist egal, ich will dieses mal ein Seite haben, die genau so aussieht wie ich das haben will. Die Seite ist jetzt fast fertig, es sieht so aus als dieser Typ genau, verstanden habe was ich habe will, von daher freue ich mich total.

    Was habe ich aus dieser geschickte gelernt? Einer Webseite ist nicht gleich ein Webseite, eine Webdesigner und SEO Experte ist zwei unterschiedlichen Sachen, außerdem habe ich parallel dazu gelernt, man kann ein Webseite sehr günstig erstellen lassen ab 150 Euro, das Ergebnis hat in kommerzieller hinsiecht ein wert von 0 Euro, aber man hat halt dadurch was für die Visitenkarte

    Gruß Morten

  • Was ich noch viel grottiger finde: ich bin gerade über einen Agentur Account auf den Artikel gestoßen, selbige Agentur verwendet ausschließlich 29.95$ Templates für Ihre Kunden, einzig das Logo wird noch ausgetauscht. Man schreibt sogar frech: «jetzt muss der Kunde nur noch seine Inhalte einpflegen.» Da läuft was gewaltig schief. Abgesehen von Joomla, ist so eine Leistung nicht mal annähernd 700 Euro wert ;-)

    Alle anderen, werden es wohl schaffen, zu kommunizieren, weshalb: Konzept, individuelle Gestaltung, valide programmierung, kurz- mittel- und langfristige Optimierung, nicht für 700 Euro machbar sind.

  • @arc sehr amüsant, habe von dem 3 jahre ältren blogbeitrag noch nie etwas gehört. schon witzig, daß es hier auch um 700€ geht. wenn ich da irgendwas kopiert hätte, wäre es wenigstens ein anderer betrag, aber danke für den hinweis.

    naja, das zeigt umsomehr auf die problemlage der kostenkalkulationen, die schon lange besteht.

  • irgendwie kommt mir dieser beitrag sehr bekannt vor. habe schon vor jahren einen ähnlichen beitrag gelesen. bin davon ausgegangen das es eine aktualisierte version ist…bis ich das “original” gefunden habe. vielleicht auch nur ein dummer zufall, finde es denoch sehr seltsam: http://mstefan.com/blog/2006/04/geiz-ist-geil/

  • Guter Beitrag, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann.

    Ich bin selbst “Einzelkämpfer” im Multimedia Bereich und habe es auch oft nicht leicht einen angemessenen Preis für meine Dienstleistungen durchzusetzen.

    Eines ist jedoch klar: “Webdesigner” gibt es wie Sand am Meer und dass man mittlerweile CMS-Webseiten “per Klick” direkt beim Hoster aktivieren kann, spricht sich auch schön langsam rum.

    Daher wird es sicher immer schwieriger Kunden zu gewinnen und wenn man schon mal einen Interessenten an der Stange hat, sollte man verusuchen einen Kompromiss anzustreben. Natürlich gibt es da auch wieder Ausnahmen wenn die Preisvorstellung des Kunden und der bemessene Aufwand für die Leistungen einfach zu weit auseinandergehen…

    Ich führe beim ersten Kundengespräch einen “Grobcheck” durch, kläre Erwartungen und Ziele des Kunden ab, umreiße das Budget und versuche dann eine Lösung zu finden, mit der beide Parteien zufrieden sind und das Gefühl haben, dass das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt.

    Natürlich fließt da auch wieder ein ob man als “One-Man-Show” mehr oder weniger per Laptop und Funk-Internet arbeitet oder eine Infrastruktur (Mitarbeiter, Bürokosten, sonstige Ausgaben, …) bedienen muss…

    Naja, es gibt hier wohl keine “ultimative Antwort”, es sollte sich jedoch jeder seine Gedanken dazu machen und sich auch mal in die Rolle des Kunden bzw. Webdesigners versetzen…

    Pixelige Grüße

  • Ab einem gewissen Punkt ignoriere ich solche anmaßenden Anfragen einfach oder gehe mit einem passenden Beispiel in die Antwort.

    Oft sind das Leute, die sich früh, vor ihrer Garage stehend, nicht entscheiden können, ob sie nun den Porsche oder den BMW zur Arbeit nehmen.

    Aber irgendeiner steigt immer drauf ein. *kopfschüttel*

  • @Jürgen

    Vielen Dank erstmal für deinen ausführlichen Kommentar.

    Was die Kosten betrifft, bezieht sich das im Beitrag angeführte Rechenbeispiel, auf ein mittelgroßes Projekt.

    Plump gesagt, realisiere ich auch Projekte, die weit darunter sind. Es kommt immer auf die Aufwandkalkulation an und auf das Entgegenkommen des Kunden.

    Kann ein Kunde das Budget für ein Qualitätswebdesign nicht aufbringen, versuche ich Mittel und Wege zu finden um ihn bestmöglichst in die Prozesse einzubeziehen. Es gibt genug Topics, die der Kunde selbst erledigen kann. (Texten, gemeinsame Konzeption etc.) Somit kann “gespart” werden.

  • Sehr interessanter Beitrag.

    Ich möchte mich an dieser Diskussion aus Kundensicht beteiligen, da ich im Jänner 2010 ein Ein-Personen-Unternehmen gründen werde und aus diesem Grund auf der Suche nach Webdesign Anbietern bin.

    Logo-, Visitenkarten- und Webdesign würde ich aus einer Hand bevorzugen – jedoch ist es bei den unzähligen Angeboten im Web durchaus sehr schwierig das passende Angebot zu finden und die entsprechenden Kosten nur annähernd abzuschätzen.

    Natürlich könnte ich den ersten 50 Webdesignern, der Ergebnisliste im Google, eine Anfrage per e-Mail zukommen lassen, jedoch bezweifle ich, dass sich die Anforderungen per e-Mail derartig klar kommunizieren lassen. Ich sehe durchaus in der Tätigkeit des Webdesigners eine starke Beratungskomponente – und halte ein persönliches Gespräch für unerlässlich. Leider habe ich keine Zeit mich mit 10 verschiedenen Anbietern zu treffen und mich danach zu entscheiden.

    Nach stundenlanger Klickserei bin ich dann aufgrund der eindrucksvollen Referenzen letztendlich einige Zeit auf dieser Website verweilt – klare Strukturen und wesentliche Informationen (der Unterschied zu 700 Euro ist auf den ersten Blick erkennbar).

    Als ich die Aufwandsschätzung gesehen habe, hab ich mit dem Thema qualitativ hochwertige Website kurzzeitig abgeschlossen – der Beitrag von Jürgen Liechtenecker vom 10. September hat diesen Eindruck zumindest abgeschwächt.

    Da ich selbst aus dem IT Consulting Bereich komme sind mir auch die gängigen Stundensätze bewusst – diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass ich keine € 10.000,- für einen Webauftritt zur Verfügung habe.

    Mir persönlich würden in diesem Bereich Preisindikationen weiterhelfen – ich bin auch der Meinung, dass dies ein großer Vorteil der “700 Euro” Websites ist, da ich auf einigen Anbieterseiten sogar Preise pro Subpage, je weitere Sprache usw. gefunden habe (müsste nicht einmal so detailliert sein).

    Diese Art von Transparenz macht das breite Spektrum von Webdesign für den Kunden zumindest in irgendeiner Weise kalkulierbar bzw. greifbar. Alleine durch diesen Blog konnte ich mir ein Bild von den zu erwartenden Kosten machen. Wer sich natürlich als Künstler versteht, darf sich über die 700 Euro Websites nicht beschweren, denn diese sprechen ganz andere Zielgruppen an.

    Der “wahre” Wert des Webauftritts im Marketing ist meiner Sicht noch nicht in alle Märkte vorgedrungen – als Kunde ist dies jedoch erfreulich, sonst müsste ich jetzt > € 20.000,- investieren, um mich von anderen Mitbewerbern abzuheben.

    Da sich an dieser Diskussion schon so mancher Webdesigner beteiligt hat würde ich gerne folgende Frage stellen:
    Aus den Beiträgen entnehme ich, dass gutes Design mit vorhandenen Frameworks nicht wirklich vereinbar ist, um trotzdem auf einen entsprechenden Preis zu kommen, wenn dies das Budget des Kunden verlangt. Ist diese Interpretation richtig?

    Meine persönliche Meinung zu einigen Beiträgen:
    Jeder Dienstleister, der auf eine (nicht zu utopische) Preisvorstellung des potentiellen Kunden nicht einmal den Versuch einer Lösung bzw. eines Kompromisses anstrebt, hat es entweder nicht nötig oder ist im falschen Gewerbe.

    Hoffentlich geht auch keiner der “700 Euro Verflucher” zum Hofer statt Bio-Produkte zu kaufen und lässt sein Auto immer brav in der Werkstatt reparieren und seine Wohnung natürlich immer vom qualifizierten Malermeister ausmalen …

    Dem Grundsatz “Qualität hat seinen Preis” stimme ich jedoch zu 100 Prozent zu.

    Lg,
    Jürgen

  • Sehr schöner Artikel. Leider Alltag im Leben eines Webdesigners :-( Um mithalten zu können versuche ich stets noch schneller zu arbeiten, um so auf meinen Stundensatz zu kommen. Die Qualität darf dabei auf keinen Fall auf der Strecke bleiben !

  • Gerade wieder ein Foren- Post bei XING:
    “Guten Tag,

    mein Name ist ***** und ich bin Programmierer, lebe in Marokko.

    Ich habe mehrere Webseiten erstellt, manche mehrsprachig.
    Die Preise liegen zwischen 400 – 600 euro, Texte wurden von einer befreundeten Marketingexpertin/Texterin geschrieben, Fotos wurden von uns ebenfalls bearbeitet.”

    Was soll man dazu sagen…

  • […] http://www.liechtenecker.at/blogeintrag/warum-webdesign-nicht-700e-kostet/ VN:F [1.7.0_948]please wait…Rating: 0.0/10 (0 votes cast)VN:F [1.7.0_948]Rating: 0 (from 0 votes) […]

  • Pingback: Warum Webdesign nicht €700.- kostet! | enibas-blog

  • Sehr schöner Artikel.
    Danke dafür.

    ich habe neulich eine Anfrage per mail bekommen. Mit u.a. folgendem Inhalt:

    “Kurzum handelt es sich um eine kleine Shop-Lösung mit Produkt-Gallery (etwa 10-15 Produkte). Das Budget sollte 450 Euro (inkl. MWSt.) nicht überschreiten. Wichtig ist, dass die Seite Anfang November (5.11.) steht..”

    Habe natürlich abgelehnt.

  • […] und immer wieder findet man auf XING oder auf diversen Blogs Beiträge und Diskussionen warum Dienstleistungen in und um das Internet genauso viel Geld kosten […]

  • Pingback: 20 Euro ist kein Stundensatz | Werbeideen auf Marketing Guide

  • […] Warum Webdesign nicht 700€ kostet […]

  • Pingback: Links der Woche 41 | scrollleiste.de

  • Manueller Trackback:
    September 2009 im Kontext
    http://hyperkontext.at/weblog/artikel/september-2009-im-kontext/

    […] Warum Webdesign nicht 700€ kostet, versucht Jürgen Liechtenecker einmal mehr klar zu machen und erntet dafür wieder unzählige Affirmationen. […]

  • Da magst du recht haben. Trotzdem machen die Nebenerwerbswebdesigner den Markt kaputt. Alle paar Monate schaue ich mal auf myhammer vorbei und manchmal weiß ich wirklich nicht, ob ich über die Wunschvorstellungen lachen oder weinen soll.
    Aktuell gerade mal ein nettes Beispiel:
    Typo3 Webportal 6 sprachig m. Datenbankanbindung

    Es soll eine neue Webpräsenz inkl. Layout gestaltet werden und dann die Webseite auf Typo3 Basis erstellt werden.

    Umfang: 2 Hauptseiten, 20 Unterseiten – mit Erweiterungsmöglichkeit – Kontaktformular – Shop – Einbindung von Videos – Datenbankinhalte und interaktiver Downloadbereich

    Die Webseite wird mehrsprachig sein (ca. 6 Sprachen), der Shop zweisprachig (deutsch, englisch)

    Preisvorstellung des Auftraggebers: 200 € – natürlich inklusive der Märchensteuer.
    Und der aktuell im Angebot führende? 79 €

    Und jetzt kommt mir nicht, das der Auftraggeber onehin nur wenig Geld ausgeben wollte. Wenn er nicht mehr Geld ausgeben kann oder will, dann muß man es halt lassen. Ich kann auch keinen Media Markt oder Mc Donalds ohne Kohle aufziehen.
    Und das traurige dabei ist dann nur, das es wieder jemanden gibt, der das dann noch für 20 Cent in der Stunde macht.

  • Die unterschiedlichen Meinungen hier zeigen ja deutlich wie gespalten das Bild ist. Ich finde, dass es natürlich einen großen Zusammenhang zwischen Art des Kunden und eben des Webdesigners ist.
    Auf Kundenseite haben eben viele nicht das Geld, da 5000 und mehr Euro auszugeben. Es ist eben ein Unterschied ob Mercedes eine Webseite braucht oder ein kleiner Handwerksbetrieb.
    Und von der Seite des Webdesigners gibt es eben wahnsinnig viele unterschiedliche Anbieter.
    Der Arbeitsaufwand ist hier schön beschrieben worden.
    Es ist schon mal klar, das ein professionelle Firma, die Ihre Leute bezahlen muss, eben nicht mehr Stundensätze billigst anbieten kann und Stunden sogar noch runterrechnen würde.
    Dann gibts “Einzelkämpfer” (wie ich z.B.). Ich kanns mir leisten bei größeren Aufträgen eben zu sagen – wenn ich da definitv eienn Auftrag bekomme der 200 Stunden beinhaltet (und Folgeaufträge nachzieht), kann ich mir einen Stundensatz von 30 Euro schon leisten, und könnte mich bei manchen Zukunfsthoffnungen ( weitere Einzelleistungen im einstelligen Stundenbereich werden mit 60 Euro berechnet) sogar auf 20 Euro drücken lassen.
    Aber selbst bei derartigen Billigstpreisen hab ich die Erfahrung gemacht, dass dennoch immer wieder jemand gesucht und gefunden werden kann der das unterbietet.
    Da gibts eben Leute die nicht hauptsächlich davon leben müssen, keine Versicherung und Büroplatz extra zahlen müssen und das eben als Nebenjob billigst anbieten. Und “leider” muss man sagen – da gibts auch viele sehr gute Leute darunter die vielleicht nicht die absolute Spitze sind – aber dennoch erstklassige Leistung anbieten.
    Webdesigner zu sein ist (relativ) leicht, Kunden zu finden ist wegen der Masse an Designern schwer, da muss jeder seinen Weg selber finden.
    Ws ich gelernt habe – zuuuu billig darf man nicht sein – es ist wahnsinnig schwer aus diesem Billigsegment rauszukommen und deshalb habe ich nie mit den “Nebenberufsdesigner” preislich konkurrieren wollen. Aber der (eigentlich angemessene)Preisbereich von 2000 bis 5000 Euro ist genauso hart umkämpft.

  • Hallo,

    ich will mich gleich outen als Student, der sich gerne den ein oder anderen Euro mit dem Erstellen und Pflegen von Websites zur Finanzierung seines Studiums dazuverdient. Die meisten meiner Vorredner würden mich also eher als “Feld- Wald- und Wiesenprogrammierer / – designer” bezeichnen.

    700€ für ein XING-ähnliches Projekt sind utopisch. Den Verfasser der Anfrage hätte ich gefragt, ob er das wirklich ernst meint oder ob er bei seinem Budgetlimit die ein oder andere Null vergessen hat…

    Ansonsten möchte ich mich meinem Vorredner Zack anschließen. Es gibt sicher diesen Markt, auf dem sich diverse kleine Unternehmen und Hasenzuchtvereine tummeln, vor allem hier auf dem Land, die dann z.B. von Studenten wie mir bedient werden. Was wollen diese Kunden? Drei, vier, fünf HTML-Seiten mit ein paar Bildchen, wenn’s hoch kommt mal ein Kontaktformular.

    Für mich eine Win-Win-Situation: Der Hasenzuchtverein ist froh, dass er seine Webseite für 400-500 Euro bekommen hat und ich freue mich, dass ich mir nicht weiter den Kopf zerbrechen muss, wo ich das Geld für die Studiengebühren für das nächste Semester zusammenkratzen könnte.

    Mache ich damit professionellen Designern und Werbeagenturen die Preise kaputt? Glaube ich kaum. Zumindest wenn meine Kunden sich bewusst sind, dass ich keine rein professionelle Leistung erbringen kann. Ich mache das, weil es mir Spaß macht und ich mich dafür interessiere. Und wenn dabei nebenher noch 20€ pro Stunde für mich herausspringen … für mich als Student verdammt viel Geld. Wieder eine Win-Win-Situation.

    Aber mal anders herum: theoretisch könnte ich als Stundensatz auch das doppelte oder dreifache verlangen – dann wäre ich immer noch am unteren Ende der Preisvorstellungen von professionellen Designern oder Agenturen und würde vielleicht auch Kunden finden, die diesen Preis bezahlen. Jedoch gebe ich offen zu, dass die Leistungen, die ich erbringe, keine 40 oder 60 Euro pro Stunde wert sind.

    Oder um es mal wieder mit einem PKW-Vergleich auszudrücken: Ich kann meinen Kunden nur einen Dacia Logan zu einem Preis eines Dacia Logan anbieten. Wenn sie einen 3er BMW wollen, sind sie bei mir falsch.

    Allerdings: der Logan fährt auch und bringt den Kunden auch von A nach B …

  • Hallo,

    erstmal danke für diesen sehr interessanten Artikel. Es zeigt sich immer wieder, dass der Kreativbereich ein sehr hartes Pflaster ist. Aus Kundensicht kann ich verstehen, bei gewissen Investitionen einzusparen und als Dienstleisterin kann ich dem entgegenwirken indem ich die Leistung anbiete, die sich der Kunde leisten kann.

    Schwierig wirds für mich, wenn der Kunde versucht den bereits vereinbarten Preis zu drücken. Ich komme mir dann vor, als ob ich aufn Bazar steh und hoffe, dass irgend ein geiziger Touri meinen Ramsch kauft.

    Professionelle Arbeit will auch dementsprechend bezahlt werden und ich hab gelernt, dass mir meine Arbeit, Zeit und Lebensenergie schon was Wert ist.

    Aber das sind halt auch Erfahrungen, die man nur für sich verwertet, wenn man damit zu tun hat. Da helfen keine schlauen Artikel oder Selbsthilfebücher.

    Jedenfalls werde ich mir den Blog als Link ablegen und immer wieder reinschauen.

    Lieben Dank und liebe Grüße aus Wien
    Alexandra Steiner

  • […] begründete vor kurzem Jürgen Liechtenecker in einem Beitrag, warum Webdesign nicht 700€ kostet kann inkl. einer Beispielrechnung. Denn nimmt man mal die Stundensätze anderer Berufsgruppen (z. […]

  • Pingback: 1a Webdesign ab 189 €!! » Beitrag, Arbeit, Berufsgruppen, Euro, Architekten, Automechaniker » melon|media Internetagentur

  • Hihi, wenn ich demnächst mal wieder jemanden habe, der bei der Angebotserstellung aufmüpfig wird, schick ich ihn auf diese Seite.

    Das Budget vieler Kunden, die z.B. “nur mal eben” eine Website für Ihre 1,2 Ladenlokale haben möchten, lässt mich schon meine Stirn in Falten legen, wenn ich an die Selbstständigen denke, die gerade in die Branche kommen. Keine Chance sich bekannt zu machen (und zu überleben), bei den Vorstellungen.

  • […] Webdesign kostet nicht 700 Euro – behauptet Liechtenecker und hat Recht […]

  • Pingback: Technikwürze – Web Standards Podcast » Blog Archive » Technikwürze 149 – Vergangenheit und Zukunft

  • Den Versuch einer “Preisreferenz” gab es vor einigen Jahren schon. Leider wurde das Projekt nicht genug unterstützt:
    http://www.esim.de/kostenweb2/in03.htm.
    Eventuell würde ja heute mehr Mitstreiter dort Ihre Angaben machen?

  • Ich finde den Beitrag sehr gut. Er hat mich dazu angespornt, über die Preise nachzudenken, die ich in meinem Kleingewerbe verlange. Jedoch lag ich vom Standardsatz nicht weit entfernt.
    Das Problem, was viele Kunden haben ist, dass Sie auch nach vielen Erklärungen nicht einsehen, wieso sie soviel zahlen sollten.
    Sie sehen das als eine Art Bild…mehrere Bilder die man im Netz ansehen kann…mehr ist für die eine Webseite nicht. Was am mangelnden Verständnis liegt. Das ist ja auch nicht schlimm…nur anstrengend ;)
    Aber naja, typisches Problem :)

  • Ein paar Gedanken.

    Interessant wäre natürlich, eine Art Preisreferenz zu haben, auf der man sehen kann, was eine Website mit bestimmten Umfang und Komplexität durchschnittlich kostet. Die Auftragssummen könnten von den ausführenden Designern/Agenturen anonym eingetragen werden und man erhält schließlich ein realistisches Bild, das man zur Beratung und zur eigenen Aufwands- und Kostenschätzung verwenden kann. Leider könnte man dazu keine tatsächlichen Projekte nehmen, denn dann wäre es natürlich nicht mehr anonym.

    Das in den Kommentaren mehrfach gebrachte Beispiel IKEA ist übrigens vollkommen falsch (verstanden worden). Die Preise bei IKEA sind nur durch extrem rationalisierte Massenfertigung mit sehr hohen Stückzahlen wirtschaftlich. (Des weiteren ist IKEA knallhart mit seinen Subunternehmern und Produzenten; da werden Preise gedrückt, bis keine Luft mehr zum atmen da ist, wie ich von Bekannten weiß, aber das nur am Rande). Ein »IKEA-Einzelstück«, von Grund auf neu gestaltet und einzeln gefertigt, wäre vermutlich unbezahlbar!

    Leider nur können Websites nicht in hohen Stückzahlen massenproduziert werden. Vergleichbar zu so einer Massenfertigung wären tatsächlich nur Profile auf Communities wie XING etc. Das einzelne Profil ist sehr günstig zu haben, aber die komplette Plattform dürfte einen 6-stelligen Betrag gekostet haben.

    Schlußendlich ist das angesprochene Problem schlicht eins der Beratung. Kunden, die völlig unrealistische Vorstellung haben, sind ja nicht pauschal dreist (das zu unterstellen halte ich für ziemlich ungeschickt und geschäftsschädigend), sondern benötigen Beratung. Es ist doch auch klar: wer nicht drin steckt, kann auch schlecht eine Vorstellung davon haben, wieviel Arbeit es ist und was diese kosten muss, damit der Designer davon existieren kann.

    Wer natürlich aber eine sachliche und freundliche Erklärung nicht hören will und darauf beharrt, eine sehr große Leistung für einen unmöglichen Preis zu bekommen, dem bleibt wohl nur zu sagen, dass man von einem solchen Auftrag Abstand nimmt. Alles andere wäre unseriös. In so einem Fall wäre der Verlust dieses Geschäftskontakts auch wohl kaum schmerzhaft.

  • Der Ausgangsartikel ist interessant, obwohl die Annahme das alles um 700 Euro zu bekommen, sicher keinen Artikel wert ist.

    Ich habe dazu auch letzte Woche meine Gedanken niedergeschrieben.

    Siehe dazu http://samlinux.at/index.php/Blog/I/09.2009/A/15

    Jedoch aus einem etwas anderen Blickwinkel. Softwarequalität und Test.

    Aber spannend dass es auch auch im Webdesign eine Tendenz gegen Billiganbieter gibt !

  • Ich denke es gibt einfach unterschiedliche Märkte die mit unterschiedlichen Beträgen bedient werden wollen. Es scheint eben einen Markt zu geben bei dem eben nicht mehr Geld für eine Webseite ausgegeben werden kann oder gewollt ist.
    Es wird immer wieder Leute geben, die diesen Markt bedienen können. Entweder sind das Studenten oder es ist ein Hobby für Bekannte und kleinere KMUs Webseiten zu erstellen.

    Jemand der selbständig ist oder eine Firma hat, hat einfach andere Kosten und muss dementsprechend anders kalkulieren.

    Das hat alles einen Namen glaube ich und nennt man den “Freien Markt” ;-)

  • Gut gebrüllt Herr Kollege. Leider geht es Textern, Print-Designern und anderen Freelancern nicht anders:
    http://b2btexter.wordpress.com/2009/09/16/texter-kosten-preis-oder-preis-leistung/

  • […] einen Kommentar Tags: Agentur, Bodalgo, FFW, Käuferportal, Texetrjobbörse, Texter Web-Designer Liechtenecker schreibt in seinem Blog hübsch detailliert darüber, „Warum Web-Design nicht 700 Euro kostet“. Das ist, wenn […]

  • Pingback: Texter-Kosten: Preis oder Preis-Leistung? « B2B Texter-Blog von Iwo Randoja. Freier B2B Konzeptioner und Texter

  • Echt super Beitrag. Aber wie schon erwähnt wurde, sollte man sich an dem Budget orientieren welches der Kunde auch zur verfügung hat und dementsprechend evtl. das eine oder andere Feature kappen anstatt den Auftrag an jemand anderem abzugeben, denn selbst 700€ ist gutes Geld und eben wieder eine weitere Referenz die auf sich Aufmerksam macht und eventuelle Folgeaufträge nach sich zieht.

    Der Unterschied zwischen einem Webdesigner und einem Arzt ist einfach der, das der “Kunde” zum Arzt geht…der Webdesigner aber sich sehr oft den Kunden “angeln” muss. Deswegen ein schwerer Vergleich

  • […] Warum Webdesign nicht 700€ kostet | Liechtenecker Webdesign und Onlinemarketing – Guter, wenn nicht sogar Sehr guter Artikel. Ich bekomm es glaub gerade auch zu spüren. […]

  • Pingback: Artikel und Links – 15th September - Florenz.co.uk

  • Toller Artikel mit einem gefälligen Inhalt. Natürlich stehen unserer Zunft in Zeiten von strationären Legopaketen und “My Hammer” die Nackenhaare zu Berge. Es gibt aber auch eine ganz andere, furchtbare Seite … Da soll es Agenturen geben, die nehmen so richtige viel Geld für eine Internetpräsentation und lassen diese dann von unbezahlten und hoch motivierten Praktikanten bauen – oftmals vom Pitch bis zur Übergabe. Der Kunde zahlt dann für das Label “von einer großen, bekannten und mächtigen Agentur erstellt”
    einen Haufen Geld.

    Es wäre wunderbar für alle ernsthaft arbeitenden Menschen in diesem Bereich, wenn hier endlich mal etwas Normalität einkehren würde. Daher sollte es Aufklärungsarbeit dieser Art viel mehr im Netz geben, hier mein Beitrag: http://www.exusu-design.de/wContent/stil/index.php.

    Viele Grüße

  • Aus manchen Beiträgen lese ich raus, dass ihr für ein CMS weniger verlangt, als für einen anderen Webauftritt. Oder interpretiere ich das falsch?
    Sicherlich ist ein CMS rasch installiert. Man kann ein fertiges Template leicht abändern, aber es bringt doch auch nicht weniger Arbeit. Ich muß den Kunden schließlich auch einweisen.
    Sicherlich kann man auch eine Webseite für 700 € erstellen. Großartig dürfte diese aber sicherlich nicht werden.
    Ich hatte mich mal bei einer Firma vorgestellt und da hat mich der Chef gefragt, ob ich einen unterschied zwischen meinen und seinen Webseiten sehe. Ihm nach wäre es ein großer Unterschied. Allerdings kosteten seine Webseiten ab 5.000 € aufwärts. Und die waren wirklich 0815.
    Der Unterschied ist nur, was zahlt der Kunde. Und ich kann nicht eine Seite für 10.000 € mit einer Seite für 2.000 € vergleichen.
    Was mich allerdings auch wundert ist, das hier noch keiner die Auktionsseiten wie myhammer etc. angesprochen hat.
    Da gibt es Leute, die stellen di eine Websiete für 100 € hin. Spricht man sie an, wie man für so einen Preis arbeiten kann, erhält man wirklich als Antwort, ich brauche Referenzen. Spätestens wenn er dann paar Referenzen hat, wird er merken das er pleite ist. Dann gibt es auch noch das Volk der Schüler und Studenten, die einen ganz anderen Preis als Grundlage haben, weil sie keine Nebenkosten rechnen müssen.
    Ich hab grade eine Bekannte, die sich selbständig gemacht hat. Für die habe ich eine komplette Büroausstattung angefertigt. Logoerstellung, Geschäftspapier, verschiedene Visitenkarten für ihre Mitarbeiter, mehrseitiger Falzflyer zur Präsentation, Stempel etc. Also komplett (ohne Webseite). Das war auch ein Freundschaftspreis für 1.600 € netto. Sicherlich mit einem Schlucken verbunden, aber woanders hätte sie einiges mehr gezahlt. Es kann auch Ausnahmen geben, aber man sollte sich nicht für jeden Preis hergeben.

  • @ cws

    sicher kann man auch kleine Projekte verwirklichen. Das Problem ist nur:
    Viele Interessenten erwarten das Sie für 700 – 3000 € gleich einen neuen VW Golf (mal als Vergleich) erhalten, was absolut unrealistisch ist. Da kommt keiner auf die Idee zu einmal zu fragen “was kann man mit diesem Budget überhaupt realisieren”?

    Was solls, ich bleib dabei: Qualität hat seinen Preis.

  • @cws bevor wir uns im Kreis drehen.

    Wie gesagt, deine kleinen Projekte habe ich in meinen 10 Jahren oft genug erlebt. Selbst wenn du ein Mini.Webprojekt ordentlich umsetzen willst braucht es Zeit. Es hat wenig Sinn in ein paar Stunden irgendein CMS-Template dem Kunden hinzuknallen. Was ist mit Inhalten, Struktur, Textierung, Segmentierung, Zielen etc..

    Warum sollte Corporate Design nicht innerhalb eines CMS realisierbar sein, hat ja niemand gesagt.

    Ich hoffe doch, daß auch jeder hier das Web für ein großes Kommunikationsmedium haltet.

  • “Ich glaube nicht daran, daß die Corporate Webseite für ein professionelles Unternehmen durch ein Twitterprofil ablösbar ist.”

    Hab ich das gesagt? Das wäre echt dummes Zeug. :-)

    Nochmal: Es gibt auch kleine Firmen, oben war daher auch die Rede von solchen kleinen Firmen, von RAen, Handwerkern, Vereinen, … das sind Kunden, die eben ein Auftragsvolumen von 700€ oder 3000€ haben. für die ist heute viel möglich, es geht nicht um die Spielklasse, die im Blogbeitrag genannt ist.

    Und ich widerspreche, dass ein Corporate-Design nicht in einem CMS realisierbar ist.

    Ich bekenne mich aber auch dazu, dass ich das Internet für ein Kommunkationsmedium halte. Es ist das beste Kommunkationsmedium, das auch große Unternehmen nutzen können, um mit den Kunden eine Beziehung zu entwickeln, um den Kundenkontakt zu halten. Das wird längst noch nicht ausreichend oder schlecht genutzt. Es gilt der alte Satz: “Man kann nicht nicht kommunizieren”.
    Eine Website, die Teilhabe vermittelt kann Bindung schaffen, eine statische Website mit den klassischen Firmeninformationen ist schlicht langweilig.

    Jetzt aber genug von mir.

  • @cws ich befürworte diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten, welche in Einzelfällen auch ausreichen oder passen können. Allerdings fehlt hier immer der Präsentationshintergrund, deine genannten Beispiele sind eher Kommunkationsmaßnahmen. Ich glaube nicht daran, daß die Corporate Webseite für ein professionelles Unternehmen durch ein Twitterprofil ablösbar ist.

  • @CWS, Sebastian

    Webstandards, Qualität etc. sind für viele CMS Entwickler Fremdwörter.

    Viele Kunden möchten dann aber doch eine so individuelle und hochwertige Lösung, dass das entsprechende CMS dann stark modifiziert werden muss etc.

    Wenn jemand einen Wald und Wiesen Auftritt möchte kann er das haben, das ist dann nicht so schön, das CD spielt keine Rolle und ein drittklassiger Mediendesigner schraubt dann eine Website mit Logo und HMTL zusammen.

    Mit Qualität hat das nichts zu tun.

  • Was mich in der Diskussion hier verwirrt ist der aus meiner Sicht eher rückwärts gewandte Blick.

    Ich halte es für falsch, wenn man heute noch davon ausgeht, das jeder Webauftritt individuell programmiert werden muss. Das ist Geschichte. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass Design eine völlig neue Wertung erfährt. Es rückt mehr in den Blick, weil der technische Unterbau fertig ist. Es geht nicht mehr darum in erster Linie Funktionalitäten zu programmieren, die gibt es fertig oder ein Spezialist kann dafür im Einzelfall beauftragt werden.

    Natürlich ist Dein Musterprojekt eine andere Spielklasse, aber mancher vermittelt mir hier den Eindruck, dass es darunter nichts mehr gäbe als sei alles andere Teufelszeug und einer Webagentur unwürdig. Das halte ich dann schlicht für den rückwärts gewandten Blick.

    Es gibt heute Lösungen für “kleines Geld”, die noch vor drei Jahren so nicht denkbar waren. Das ist ein Ergebnis der CMS-Entwicklung, der Plug-Ins und der “Designindustrie”, die sich darum entwickelt hat. Auch bei der Erstellung von Websites ist ein bisschen Serienfertigung realisiert.
    Ich bin überzeugt, das wird noch viel “schlimmer”. Wenn man CMS, Cloud-Computing, so etwas wie Google-Wave und andere Features zusammenführt, dann ist die interaktive Website, in der Gruppen bestimmte Bereiche individuell, aus dem laufenden Arbeitsprozess automatisch erstellen eine realistische Aussicht.

    Oder in ganz kleiner Münze: Aus einem Joomla!-Artikel automatisch einen Forumsthread zu erstellen, es bei Twitter zu posten und in den Newsletter zu übernehmen ist heute schon mit “Fertigbauteilen” fix realisiert.

    Natürlich drückt das auf die Preise und es hat auch keinen Sinn das Rad neu zu erfinden. Oder andersrum, man kann für dasselbe Geld heute viel mehr anbieten.

    Ich finde das erfreulich, und es macht allen mehr Spaß :-)

    P.S.
    Stimmt, mixxt.de ist nicht immer und unbedingt ein schlechter Rat. Wenn das jemand gestaltet, der weiß wie es geht.
    Es hat keinen Sinn Dinge “aus Prinzip” abzulehnen oder zu verteufeln. Was ein *geeignetes* Werkzeug ist, das sollte auch genutzt werden.

  • Oh jeh…. Das ist leider ein großes Problem. Viele Kunden haben einfach die Vorstellung dass es „ihr gutes Recht ist“ ein Online Projekt mit völlig utopischen Preisen zu realisieren.
    Ein Grund hierfür liegt leider bei den vielen Semiprofessionellen Entwicklern. Bei denen ist nämlich noch nicht Angekommen, was es für Qualitätsmerkmale gibt (IA, Usability, Skalierbarkeit,Wartbarkeit, Standards, SEO etc.).

    So ein (relaiv aufwändiges) Projekt wie oben genannt kann man auch schlecht kalkulieren, da der Aufwand nicht auf Anhieb abgeschätzt werden kann. Ein halbwegs realistischer Preis wäre mind. das 20 – 40 fache der genannten Summe.

    Qualität hat nun einmal seinen Preis!

  • Wahnsinn. So jemand hätte ich freundlich, aber bestimmt auf mixxt.de verwiesen. Was hast du geantwortet?

  • @cws es steht immer der Kunde und dessen Bedürfnisse an der Webseite im Vordergrund. Nur aufgrund seiner erwünschten Ziele kann das Projekt maßgeschneidert werden. Nur können eben wie im Beispiel die Ziele mit den Budgetvorstellungen nicht erreicht werden. Das muß dem Kunden klar kommuniziert werden.

    @Daniel Scheidl genau, das ist das Kernelement und die Modellrechnung dieses Blogbeitrages. Wieviel Arbeit wird tatsächlich benötigt. Ich habe sogar gerade ein sehr kleines Webprojekt laufen. Diese klassische “elektronsiche Visitenkarte”. Dann hat sich aber herausgestellt, daß die alle Texte noch geschrieben werden müssen die Webseitenstruktur nicht feststand und sowieso ein Logo von Nöten ist auch für Briefpapier und Co. Ich habe mich mit dem Kunden öfters getroffen und im Endeffekt sind doch 8 Tage Arbeit daraus geworden.

    @Dolic ich würde mich nie festlegen erst “ab” einem gewissen Preis anzufangen. Zuerst das Konzept und die Planung, danach kannst du den Aufwand schätzen.

  • @Dolic
    Du repräsentierst das Problem. Nein, ein Webprojekt muss “heutzutage” nicht notwendigerweise ab 50k Euro starten. Das ist völliger Schwachsinn. Es gibt unterschiedlich komplexe Software-Projekte, die unterschiedlich viel Aufwand sind und folglich unterschiedlich viel kosten.
    Wer im wesentlichen mit einer einfachen News-Seite zufrieden ist, wird zum Beispiel mit einer WordPress-Installation und eigenem Design, meistens ohne extra Plugins ziemlich gut zurecht kommen – bei relativ geringem Aufwand für alles, außer eben dem Design, bei dem viele mit einem durchschnittlichen Design (basierend auf einem bestehenden Theme) zufrieden sind, weil sie eben NICHT zehntausende Euro bezahlen wollen.
    Da kann ein Projekt schnell um ein wenige tausend Euro entwickelt werden, obwohl alle einen angemessenen Stundenlohn verrechnen.

    (Und nur, um das noch mal zu erwähnen: Wenn jemand XING will, bzw. ein Design dafür, dann ist völlig klar, dass das nicht um 700 Euro geht. Das konkrete Beispiel und die oft herrschende Tendenz bei Kund/innen, Leistung nicht respektieren zu können, zweifle ich nicht im Geringsten an. Aber die Arroganz, mit der das und die meisten Kommentare geschrieben sind, ist völlig unprofessionell und unangebracht. Vor allem Dolic’s Kommentar, der gar nicht auf die Idee kommen würde, zu fragen, was ein Kunde eigentlich will, ist mehr als peinlich.)

  • Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wer kein freundliches Gesicht hat, sollte keinen Laden eröffnen.
    Was ich als Kunde ganz sicher nicht will ist zorniger Trotz.
    Eine vernünftige Beratung über die Grenzen, die Vor- und Nachteile der Lösungen “out of the box”, und die Möglichkeiten das eine mit dem anderen zu kombinieren, also die Suche nach dem besten Weg, das hat Sinn. Das mag dann auch beim Kunden das Verständnis für die Kosten fördern, oder auch seine Ansprüche relativieren. Aber ein trotzig beleidigtes “unter 50k können sie gleich wieder gehen” wird genau das bewirken.
    Wem ist damit geholfen?
    Der Kunde hat einen Wunsch und ein Budget, es gehört zu einem guten Service beides zu einem optimalen Ergebnis zu vereinigen, das beide Seiten verstehen und vertreten können.

  • Zu den Klickbaukästen: Kann man sich das Backend, die Datenbank und die Administration mit Anbindung an die Warenwirtschaft etc. auch schon zusammenklicken? Wer ein heutzutage ernsthaftes Webprojekt realisieren möchte, braucht unter 50k nicht anfangen.

  • […] potentieller Kunden zu tun. Der Webdesigner Jürgen Liechtenecker erklärt daher einmal, warum Webdesign nicht 700 Euro kostet und zeigt dazu ein praxisnahes […]

  • Pingback: t3n-Linktipps: Webdesign-Kosten, Facebook macht schlau, 10 Security-Mythen, WordPress absichern und 10.000 Android-Apps « All in one Blog

  • Warum geht ein Webdesigner nicht einfach vom Budget des Kunden aus und sagt ihm, was er dafür bekommt?
    Ich würde mich als der Inhaberin einer Seite, die auch die Geschäftsstrategie im Kopf hat, die steuerlichen Fragen hinter meinen Investitionen kennt, die Denke meiner Mitbewerber, die Fragen meiner Kunden und meine strategischen Ziele im Außenauftritt niemals von einem Webdesigner derart bevormunden lassen. Wenn jemand von vornherein sagt: “Also für 700 EUR nee.” ohne nach meinen Zielen gefragt zu haben, ist er ein schlechter Geschäftsmann, der nur den kurzfristigen Einmalauftrag im Kopf hat. Schon mal was davon gehört, dass es aus taktischen Gründen besser sein kann, bewusst billig aufzutreten? Ja auch so etwas gibt es. Und gar nicht so selten… Dass Kunden zu einem kommen, weil die Seite zwar nicht superschick aussieht und ein Baukasten ist, weil aber inhaltlich alles drinsteht und die Seite im Null komma nix hochgeladen ist? Und dass ich mit einem mir bislang unbekannten Partner zunächst einmal ein kleines preiswertes Projekt mache, um zu sehen, ob die Zusammenarbeit passt. Wenn ich manche Kommentare hier lese, wundert mich gar nichts. Denen würde ich keine 700 EUR geben, sondern sofort gehen… Und mir als Kunde immer zu sagen, ich hätte keine Ahnung von Design und der Technik dahinter. Woher weiß Webdesigner das eigentlich so genau, wenn er weder mich noch mein Geschäft wirklich kennt?

  • Liebe (wohl hauptsächlich) Webdesigner!
    Zuerst möchte ich anmerken, dass ich den Liechtenecker Blog regelmäßig sowie sehr gerne lese, und auch meistens allem zustimme.

    In diesem Fall muss ich mich allerdings – zumindest teilweise – den einsamen Gegenargumenten in den Comments anschließen.
    Hier wird von Ignoranz auf Seiten der Kunden geredet, auf der eigenen Seite wird diese allerdings übersehen?
    Es wurde schon öfter als Beispiel IKEA oder verschiedene Automarken angeführt. Und ebenso kann man dieses auch auf Webdesign umlegen.

    Ich (sowie wohl alle hier) stimmen vollkommen zu, dass ein Projekt im größeren Rahmen (zB. Xing, siehe oben) nicht 700€ kosten kann.
    Aber es ist nun einmal so, dass nicht jeder sich so etwas leisten kann, geschweige denn braucht.

    Natürlich ist ein professioneller Webauftritt die wichtigste (und vom Preis/Leistungs Verhältniss auf jeden Fall die beste) Marketingmaßnahme. Aber es gibt auch nicht jedes Unternehmen zig-tausende € für Zeitungsinserate aus.

    Der Knackpunkt ist doch (das würde ich jetzt gerne fett schreiben…) wie viel Arbeit steckt dahinter?
    Ich gebe zu, ich bin sicher nicht so erfahren wie viele hier, aber dennoch kann mir niemand erzählen, für eine kleine Webseite mit nur den Kontaktdaten arbeitet man 50 Stunden.

    Und solange man bei einem fairen Stundenpreis bleibt – angenommen 60-140 € – kann der Gesamtpreis dann doch wohl auch niedriger ausfallen?

    Um noch ein Beispiel zu nennen: Ein teurer Friseur macht doch auch einen Unterschied zwischen einem Herren- und einem Damenschnitt, und das aus gutem Grund…

    Ich freue mich auf Eure Kommentare, gerne auch auf Hinweise falls ich falsch liege.

    Liebe Grüße
    Daniel

  • Ich kann dem Beitrag nur voll und ganz zustimmen! Leider haben vor allem kleinere Unternehmen kein Bewusstsein dafür welche Arbeit hinter einer ausgearbeiteten Website steckt. Und warum eine so große Preisdifferenz auf dem Markt herscht, …

  • […] By webtecbraun Warum Webdesign nicht 700€ kostet: http://www.liechtenecker.at/blogeintrag/warum-webdesign-nicht-700e-kostet/ […]

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  • Wenn einer nicht mehr als die paar Kröten ausgeben will istallier ihm für 700 Eur WordPress mit einem halbwegs nett aussehenden Template. Von mir aus leg ihm noch eine Facebook seite an die mit twitter und dem Blog verknüpft ist dann hat er sein Social Network um 700 Eur und du hast alles in 8 std erledigt. Mehr ist um diesen Preis nicht drin und ehrlich gesagt braucht einer der nur 700 eur ausgeben will eh kein SN weil er nicht kapiert das Communities Arbeit und Geld kosten um sie zu pflegen und nicht etwas sind das man einfach wohinstellt und dann wirds schon.

  • Aus der Seele gesprochen!!! Eine schöne Referenz auf die man (leider Gottes) viele Leute gleich nach dem Erstkontakt verweisen möchte.

  • der Artikel ist mir wirklich aus der Seele geschrieben. Wie oft haben wir das Problem, unsere Preise durchzusetzen. Manchmal hat man das Gefühl, der Kunde denkt sich: Das Internet ist ja frei, dann darf die eigene Seite ja auch nichts kosten.

    Mein probates Mittel hier: Ich sprech den Kunden einfach auf seinen Wagen an. Warum einen 5er BMW, wenn ein alter Golf 3 ihn doch auch von A nach B bringt. Oft ernte ich dann völliges Unverständnis – man könne das doch nicht miteinander vergleichen! Man kann doch: Denn das Auto ist doch auch oft eine image-bildende Maßnahme, genau wie eine gute Webseite. Ich denke, manchmal wäre es echt einfacher, wenn man dem Kunden sagt: Die Webseite, die Sie von uns bekommen, wiegt 1,5 Tonnen, hat 350 PS und beschleunigt von 0 auf 100 in 4,5 Sekunden. Dann spielt auch der Preis keine Rolle mehr – aber leider machen wir ja nur Webdesign, eine Dienstleistung, die nichts kosten darf, mit der der Kunde aber gerne Geschäft generieren möchte. Es wäre schön, wenn unser Berufsstand eine Lobby hätte.

  • Wenn ich die Webdesigner hier so reden lese, dann bin ich nicht sicher, wer da ein Problem hat.
    Schon im eigentlichen Blogbeitrag kommt der Kunde mit einem “so wie bei”.
    Das ist doch auch typisch, der Kunde hat eine Musterseite “gucken sie mal, so hab ich mir das vorgestellt”.
    Der Kunde will eine Website, er will keine individuelle Designleistung, die könnte er oft auch nicht bezahlen.
    Das Problem liegt auch darin, dass die Designer das noch miteinander verquicken und verwechseln.
    Bis vor kurzen war das ja auch noch so. Auch bei Typo3 ist es eigentlich noch so. Geändert hat es sich erst mit WP und Joomla!, die haben mehr verändert als man dachte
    .
    Eine vergleichbare Diskussion wie zum Design gibt es auch um Inhalte. Was sind die Inhalte eigentlich wert? Im Bereich der Printmedien eine teils skurrile Diskussion.

    Einen guten Blick auf das Problem findet sich im Internet-Manifest der deutschen Alpha-Blogger:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/internet-manifest/

  • @cws
    mit ikea hast du recht und das ist auch das beispiel, das ich weiter oben meinte mit vw und skoda.
    aber ikea investiert ja auch in seine designs und löst das kosten- bzw. preis-problem über masse. ist auch eine legitime herangehensweise.

    aber das verständnis, dass es einen “designertisch” gibt und einen ikea-tisch, gibt es beim webdesign (noch) nicht beim kunden.

  • @ susanne:
    ich stimme Dir ja vollstängig zu.
    Es gibt Tische eben in allen Preislagen.
    Es kommt bei einem Tisch auch darauf an wer ihn wofür braucht und was er bezahlen will.
    Der eine geht zu IKEA (Masse und gutes Design schließen sich nicht aus), er wird keinen sehr individuellen Tisch bekommen, der andere will Louis-seize oder einen Designertisch, der in sein Wohnzimmer hineinentworfen wird.

    Es ist doch kein Zufall, dass es heute einen Markt gibt auf dem nur noch Designs verkauft werden, fertige Layouts für die CMS.
    Damit ist eine solide und designmäßig gute Website sehr schnell und preiswert erstellt.
    Das ist wie mit den Tischen bei IKEA, Es gibt gutes Design, aber es ist nicht mehr individuell. Damit wird es dann auch bezahlbar.

    Auch im Internet nähert sich meiner Meinung nach die Zeit der Anfertigung von Einzelstücken dem Ende. Das wertet die Arbeit der Designer nicht ab, im Gegenteil.

  • Es ist wichtig zu verstehen, daß mit Design keine kunstvollen neuen Elemente gemeint sind , sondern, es eher um Informationsdesign geht. Usability, Accessibility oder Benutzerführung sind da nur ein paar Stichworte. Es macht mir mehr Spass auf der jetzigen apple.com zu surfen, die ein Paradebeispiel für tolles Webdesign und Informationsarchitektur ist, als auf der 10 Jahre alten apple.com.

    Es kommt bei dem Wert einer Webseite aber auch darauf an wieviel an Zeit investiert wurde. Wenn jemand es schafft in 5 Stunden ein “Webprojekt” hochzuziehen, dann sollen eben nur die 5 Stunden bezahlt werden. Meistens benötigen, wie in meinem Artikel beschrieben Webprojekte, Tagen bis Wochen.

  • Artikel wie dieser haben sicher in vielerlei Hinsicht ihre Berechtigung. Immer mehr Firmen sind der Überzeugung, ein Blog, ein bisschen Twiiter muss sein und kostet nix. Ich bin deiner Meinung, das gutes integriertes Social Media Marketing Geld und andere Ressourcen kostet, was nicht unterschätzt werden sollte.

    @Sebastian
    Noch mehr bin ich aber der Meinung von Sebastian, die zum Teil überzogenen Kosten oder einfach nicht relevanten Konzepte verschrecken viele Unternehmen.

    Hier gilt doch genau wie bei allen Kampagnen, nicht nur im Web, mit dem Kunden seine Bedürfnisse im Vorfeld abklären und notfalls vielleicht an jemanden verweisen der sich nicht scheut, sein Geld mit kleineren Projekten zu verdienen. Damit kann man dann auch sein eigenes Netzwerk verbessern.

    ach so, ich habe auch einen glänzenden Monitor/Mac Book Pro und bei mir verschwimmt nix, sieht sehr gut aus die helle schrift auf dunklem Grund.

  • @cws und ein tisch bleibt auch immer ein tisch. da hab ich auch schon lange nichts neues mehr gesehen. eine platte und meist 4 beine dran. manchmal nur 3 – aber der hype klingt auch ab. ;)

    das ist ja der unterschied von design und kunst. design muss das beste aus vorgegebenen funktionaltitäten machen. kunst darf aus den mustern ausbrechen. aber wer will kunst schon täglich gebrauchen.

    zu sagen, dass ist dann eh ganz einfach, weil es das alles schon gibt ist genau falsch. eben darum ist es schwierig. aber vielleicht sollte man diesen webdesign spaß ganz abdrehen und nur mehr ein standardtemplate von google verwenden. das wär doch für alle am einfachsten und das problem gelöst. :)

  • Sebastian hat, was Google angeht, trotzdem Recht, weil es das Muster Google gibt.

    Man muss vieles, wie die Umsetzung von Designgrundsätzen, heute nicht unbedingt jedesmal neu erfinden.

    Es ist sicher noch kein Plagiat, wenn man heute gängige Designideen übernimmt.
    Da ist Google ein Beispiel, aber ich erinnere mich auch noch gut an die Diskussionen um neue, webspezifische Benutzerführungen, an die Diskussion um Spalten, die lange ungewollt waren, schon weil sie im Printbereich gängig sind, nicht webspezifisch sind.
    Heute ist es doch in aller Regel nur noch die Frage wie viele Spalten.
    Es wurde Lange um neue, creativere Menüs diskutiert – jenseits der listenartigen Darstellungen. Was ist geblieben? Listen in unterschiedlichen Menütiefen, und ein abklingender Hype von Tagwolken. Die Idee stammt auch schon aus den Urzeiten des Internet.
    Heute sind im Design viele Dinge nur noch die Frage welche Option man auswählt, die Kunst des Designers ist es die richtige zu wählen, und eine Idee zu haben die Sache anzupassen. Etwas wirklich etwas Neues neben brillianten Variationen habe ich lange nicht mehr gesehen.

    Da bleibt dann auch Platz für solides Handwerk, das schnell und preisgünstig zu Ergebnissen führt.

    “schwachsinnig” ist hier sicher niemand.

    Noch eins nachgetragen:
    Webdesign ist etabliert, es gibt dabei heute eben Konfektion und Haute Couture.
    WP, Joomla!, die gängigen Foren- und Community-Software-Angebote sind Konfektion und werden durch käufliche Designs Konfektion bleiben, aber das muss keine schlechte Lösung sein.
    Es gibt zweckmäßige Arbeitskleidung und den feinen Nadelstreifen.

    Alles hat seine Berechtigung, seinen Platz und seinen Preis.

  • alle die meinen, dass es arrogant ist zu behaupten, dass webdesign einfach mehr kostet als 700 euro, denen kann man ja nur sagen – schön, dass ihr eure dienstleistung so billig verkauft und dann noch davon leben könnt. wäre ich friseurin könnte ich auch für meine leistung 30 euro verlangen statt den 130 die man als frau oftmals zahlt. und wenn das noch zu teuer ist um 10. ich mache ja den preis. aber kann ich davon auf dauer leben? und darf ich davon nicht leben? darf der kunde um seinen umsatz zu steigern meine dienstleistung in anspruch nehmen, aber ich soll am besten nichts dafür verlangen und schauen wie ich überlebe? es schreibt keiner vor, was er verlangen soll. nur genau durch solches preisdumping entstehen dann beim kunden der eindruck, dass die leistung nichts wert ist. und das verstehe ich nicht, dass man seiner leistung keinen entsprechenden wert gibt. nur damit ich einen kunden habe, nix verlangen ist sehr kurzsichtig.

    beim oben erwähnten community beispiel ist das ja das selbe. arbeit rein stecken. kunde freut sich. billige seite bekommen und die funktionalitäten und das konstrukt nicht zu schätzen wissen, weil er gar nicht weiß, was da dahinter steckt.

    und beim design geht es ja nicht um das super komplizierte über drüber ding, sondern um ordentliches informationsdesing und konzeption. das myspace so aussieht wie es aussieht hat sich auch jemand überlegt, auch wenn es nicht besonders toll ist.

    das eine seite für einen kleinen dorfarzt anders bepreist ist als ein communityportal ist wohl auch selbstverständlich. aber zu sagen, der braucht eh keine individuelle lösung und das kann ja irgendwie aussehen. da frag ich mich, wozu der dann überhaupt eine braucht. ich würde keine halbherzigen sachen verkaufen wollen.

    und ich denke nicht, dass hier gemeint ist, dass billiges webdesign unbedingt schlecht sein muss. gerade wenn es gut ist, verkauft sich die person leider unter wert und das ist schade.

    aber genau diese unterschiedlichen auffassungen machen es für kunden schwer angebote richtig abschätzen zu können. wo es bei anderen produkten viel einfacher ist. brauche ich ein auto kann ich einen vw oder einen skoda kaufen. im grunde fast das selbe. da muss der kunde eben entscheiden, was für ihn passt. das kann der dienstleister ohnehin nie abnehmen.

  • Lieber Sebastian,

    Also bei Google etc.zu sagen, dass Design für den Erfolg keine Rolle spielt, ist wohl das schwachsinnigste, das ich jemals gehört habe.

    Google hat unter anderem genau deshalb, weil es so simpel – auch im Design – ist, den Erfolg. Das heisst aber nciht, das nicht dutzende Leute stunden gesessen sind, um genau dorthin zu kommen.

    Du verwechselst offenbar reduziertes Design mit billigem Design

  • Guter Beitrag! Allerdings halte ich für das genannte Beispiel den Programmieraufwand von 32h weit zu gering.
    Mich störte beim Lesen auch die weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Gerade bei glänzenden Monitoren verschwimmen die Zeilen ;(

  • Ich will dich/euch ja nicht desillusionieren, aber nein: nicht jede Website muss ein 14000-Euro-Projekt sein. Das Design spielt beim Erfolg eines Web-Projekts nur eine relativ kleine Rolle – siehe Google, Craigslist, MySpace, etc.
    Ich hab aber auch schon normale Firmenhomepages gesehen, die nicht professionell (oder nur “billig”) designt wurden, die ihren Zweck (Umsatz bringen) mehr als erfüllen.

    Damit will ich nicht sagen, dass es keinen Platz für professionelles Web Design gibt, oder die Preisvorstellungen der Person im E-Mail OK sind.
    Aber deine/eure Arroganz, alles, was billiger und/oder einfacher ist, als Blödsinn zu bezeichnen, geht mir ein bisschen auf den Wecker.

    (Nein, ich bin kein “Wald und Wiesen”-Programmierer, der behauptet, designen zu können. Ich Schwein setze aber gelegentlich Projekte auf Basis von WordPress um und schäme mich nicht dafür.)

  • Ich glaube hier wird von der falschen Seite her gedacht.
    Es geht nicht um die Ansprüche der Webdesigner an einen guten Webauftritt, sondern um den Bedarf des Kunden. Der Bedarf sollte geklärt und dem Kunden unvoreingenommen vermittelt werden. Dabei hat es keinen Sinn ihm etwas einreden zu wollen.

    Entscheidend für den Erfolg eines Webauftritts ist die Frage was der Kunde des Kunden sucht, was er erwartet.
    Das führt dann zu der Kernaussage, dass es zuerst auf die Inhalte ankommt. Genau da liegt das erste Problem. Der normale kleine Handwerker, Arzt, Rechtsanwalt, die kleine Selbsthilfegruppe hat kaum Inhalte.
    Der nächste Punkt ist, dass sich mit einem besonderen Design, mit einer eleganten Website von großer Individualität, dieser Mangel nicht ausgleichen lässt, schlimmer, der Surfer sucht zunächst nur ein paar sehr einfache Grundinfos, leider würdigt er gutes Design zu selten, noch schlimmer, er liebt vertraute Strukturen, ähnliche Bedienwege und Menüs. Er bevorzugt was er kennt.

    Der potentielle Kunde will wissen:
    – Das es die Firma/den Verein, … gibt – gefunden werden ist also der wichtigste Punkt
    – Informationen, die ihm zeigen ob die Firma, .. das anbietet, was er sucht.
    – Ob die Firma, … einen seriösen, vertrauenswürdigen Eindruck macht.

    Das sind dann kleine Webauftritte, von denen man überlegen kann, ob sie wirklich mehr als 700,- bis 1.500 € kosten müssen. Das ist eben doch preiswert z.B. mit einer Joomla! -Lösung “out of the box” machen.

    Wozu ich dem Kunden eher raten würde ist, dass er es dabei nicht belassen sollte sondern, dass er z.B. durch adword-Werbung, durch Engagement in den einschlägigen Portalen und Adresslisten auf sich und seine Seite aufmerksam macht.
    Das ein Verein seine Kontakte nutzt, um von themenverwandten Gruppen verlinkt zu werden. Das muss er ja nicht alles selber machen ;-)

    Für adword ist dann sicher auch ein monatlicher Betrag um 150€ erforderlich, aber der Kunde sieht den Erfolg sehr schnell.
    Wenn das Webdesign intelligent gemacht ist, dafür bietet eben eines der klassischen open source CMS gute Voraussetzungen, dann ist auch eine Erweiterung der Seite möglich, ohne gleich alles neu machen zu müssen.

    Das ist eine ganz andere Grundlage für einen Auftrag, als die im Ausgangsartikel geschilderten Anforderungen. Für die kleinen Anforderungen sind dann auch kleinere Kosten durchaus realistisch. Das können auch 700€ sein, und es ist trotzdem ein ordentlicher Webauftritt. Es hat keinen Sinn den Kunden zu überfordern.

  • […] Webdesigner als Produzent von Wahrheit. In diesem Fall wird Preispolitik in eigener Sache betrieben. Es ist aber auch ein blödes Thema. Mag sich jeder selbst ein Urteil darüber bilden: Warum Webdesign nicht 700€ kostet […]

  • Pingback: Webdesign kostet nicht 700€ und auch nicht weniger » Pixeldrama » Webdesign Berlin

  • Was mich noch interessiert: was hast du denn auf die Anfrage geantwortet?

  • Danke für den guten und wichtigen Artikel!

    Ich biete meine Projekte meist zwar für weit weniger Aufwand an als im Rechenbeispiel, stoße aber _trotzdem_ häufig auf die geschilderten Reaktionen. Ich glaube das liegt zum einen an den Billigheimer-Anbietern, andererseits auch an den unsäglichen “Ihre-Website-in-5-Minuten”-Werbeflyern von den großen Webhostern, die indirekt ein verzerrtes Bild von der Komplexität eines Webprojekts transportieren.

    Wahrscheinlich müssen wir als Dienstleister noch viel stärker den Prozess und die (technischen wie gestalterischen) Leistungen, die hinter einer professionellen Website stecken, transparent und verständlich machen. Dieser Artikel ist auf jeden Fall ein guter Beitrag dazu!

  • Vielen Dank für die Kommentare bisher.

    @Marco Willi : Also mit 2 Tagen wirst du da nicht auskommen. Alleine das XHMTL und CSS wird einige Tage in Anspruch nehmen.

  • Sehr interessanter Artikel!

    Gerade für mich, da ich meine Zukunft im professionellen Umsetzen von Webseiten sehe und eine Selbstständigkeit eventuell auch in Frage kommt.

    Ich habe aktuell ein Typo3-Projekt. Laut Auftraggeber “nichts großes”. Das Design liegt vor und ich wurde gebeten eine Zeitangabe für das Umsetzen zu machen. Habe ca. 2 Tage veranschlagt für das REINE Umsetzen des Designs per XHTML/CSS und Typo3. Zu wenig? Zu viel?

    Viele Grüße an den Author! Werd hier öfters reinschauen! :)

  • @meim Vorredner: es geht nicht darum das der kleine Mann eine kleine Webseite will. Es geht darum, dass er nicht versteht das eine Webseite einfach Geld kostet. Eben Arbeit macht.
    Und es geht darum das Wald-und-Wiesen “Programmierer” mit ihren gezogenen WordPresswürsten nicht ganz unschuldig an diesem Preisunverständnis sind…

    Aber man kann das auch alles locker sehen. Wer wirklich eine Seite braucht und für den sie sich auch lohnt, der kommt sowieso am Ende nicht drumrum einen Schein mehr zu zahlen…und der eine oder andere eben doppelt.

    Sehr schöner Beitrag! Spricht mir aus der Seele …

  • Also ich denke auch, es kommt sehr auf den Kunden an.
    Ein kleiner Handwerker, der eben nur im Netz vertreten sein will, ein kleiner Selbsthilfeverein, … die sind mit einer WordPress- oder Joomla-Seite nicht schlecht bedient. Dass muss dann keine großen Summen kosten.
    Auch vom Design kann eine solche Seite gut aussehen. Es muss dann ja auch nicht etwas wirklich besonderes sein.

  • ich denke, dass hängt auch viel vom Kunden ab. Ein weltweit agierendes Unternehmen wird für seine Webpräsenz sicherlich mehr als 700 € ausgeben.
    Es stellt sich die Frage, wie groß der Nutzen einer Webseite z.B. für einen Rechtsanwalt oder Physiotherapeuten in Walsrode ist. Hier wird er vermutlich mehr Interessenten über die örtliche Tageszeitung erreichen.
    Für 13.400 € können die eine Menge Anzeigen wesentlich gezielter schalten.

  • Wie sagt man so schön?

    “Wer mit Peanuts bezahlt wird von Affen bedient.”

  • […] Hier gibts mehr. […]

  • Pingback: Facebook für 700€ « Der Heiße Scheiß

  • Leider ist den meisten “Usern” gar nicht klar was hinter der bunten Oberfläche steckt. Das merkt man oft im Bekanntenkreis, wenn man mal gefragt wird “Kannste mir mal ne Website machen?” Ich glaube da denken viele, dass sowas in ein paar Stunden gemacht wird. Wenn man dann mal vorrechnet wie viel Arbeit da drin steckt erntet man nur Unglauben.

  • […] Visit link: Warum Webdesign nicht 700€ kostet | Liechtenecker Webdesign und Onlinemarketing […]

  • Pingback: Warum Webdesign nicht 700€ kostet | Liechtenecker Webdesign und Onlinemarketing

  • Das nenne ich ja mal einen richtig guten Artikel, den ich umgehend verlinken werde.

    Die Zahlen für das Frontend finde ich allerdings etwas zu niedrig angesetzt; auch für ein Durchschnittsprojekt.

  • Sehr schöner Artikel, nicht immer ist Geiz geil und schon gar nicht im Bezug auf eine Webseite, denn das ist der falsche Ansatz.
    Eine Lösung wie XING kostet 100.000 Euro nur mal so als Beispiel.
    Bitte wer Funktionen wie XING haben möchte, direkt bei XING nachfragen da gibts sicher als White Label Version für 100.000 Euro.

    Hinzukommt dass eine Webseite heutzutage nur der Einstieg ins Netz ist, also der Telefonanschluß. ‘Danach kommt SEO/SEM und oder Social Media Marketing wenn´s zum Unternehmen/Produkt passt.

    Grüße Joachim

  • Sehr schöner Artikel. Und leider ist es wirklich so, dass ziemlich viele Unternehmer sich nicht scheuen, eine Einschaltung für 1400 Euro für eine 3 x 3 cm große Anzeige zu schalten. Einmalig versteht sich.
    Für das ‘Internet’ wollen sie aber partout kein Geld ausgeben. Selbst, wenn man ihnen die gratis Teilnahme an einem Internetprojekt anbietet, wollen sie es nicht. Es ist wirklich paradox…

  • Ich glaube auch, dass hier Kunden oder der Otto-Normalverbraucher einer Website nur eben schon fertig gekautes kennt à la “beepworld” und so klickstibunti Website-Generatoren und sich denk das Webdesigner auf solche ähnliche Mittel zurückgreifen und sich dadurch mit wenig Arbeit möglichst viel Geld verdienen.

    Und darüber hinaus glaube ich, sieht der Kunde einfach nur eine Seite welche er nicht angreifen kann und sieht somit nicht wie viel Arbeit teilweise hinter so einer Seite stecken kann.

    Traurig aber wahr …

  • Was noch ein wichtiger Punkt ist aus meiner Sicht:
    Ein Inserat ist 1x geschalten und dann wieder weg. Eine Webseite bleibt im Web. Natürlich sollte man sie alle paar Jahre erneuern. Aber generell bleibt einem für das Geld ein vollwertiges Marketingtool für einen erheblich längeren Zeitraum.

  • Wie wahr, wie wahr!

    Das Problem im Tourismus sehen wir primär in dem fehlenden Verständnis, dass das Internet mittlerweile der effektivste Vertriebsweg ist und deshalb hier auch die Visitenkarte – sprich Website – passen sollte. Viele Gastgeber sehen diese Notwendigkeit nicht und investieren kaum Geld im Bereich eMarketing.

  • Achja, da hatte ich ja noch dieses Video :)
    http://www.liechtenecker.at/blogeintrag/die-kosten-von-webdesign/
    (ganz unten)

  • […] Liechtenecker “Warum Webdesign nicht 700€ kostet”: “Man bekommt immer das, was man bezahlt” – einfach , aber wahr. Tags: Webdesign, Work Kategorie: Sideblog Ähnliche Beiträge Wieviel Geld kann man mit […]

  • Pingback: » Man bekommt immer das, was man bezahlt — cne _LOG Archiv

  • “aber leider ist es in Zeiten von Homepage-Baukästen (welch gräßliches Wort) und diversen Klick-Tools auch für Laien recht einfach, mit einer ansprechenden Seite ins Netz zu gehen.”

    Wem gilt dieses “leider”? Doch wohl nur ihrem eigenen Geldbeutel. Keine Mark den Web-Schwätzern! Und bitte verschwinden Sie aus meinem Stadtbezirk.

  • Leider musste ich auch letztens so eine Erfahrung machen, als ein Kunde eine Anfrage über einen Online-Shop mit knapp 3000 Artikeln stellte.
    Da ich mir auch keine genauen Zahlen aus den Fingern saugen konnte habe ich auch mal alles zusammengerechnet und bin bei einem Preis gelandet der für diese Größenordnung schon sehr vernünftig ist.
    Die Preisvorstellungen des Kunden liefen dabei aber auch mal wieder in eine völlig andere Richtung, da er einen Anbieter gefunden hatte der ihm die Seite für angeblich 1500€ machen kann.
    Da frage ich mich doch ernsthaft wie man so rechnen kann.

    • Dieser Beitrag ist für mich längst ein Klassiker und ich hab schon einige potenzielle Kunden darauf verwiesen. Entweder solche die noch keine Ahnung haben was ordentliche Webprojekte kosten können oder solche mit falschen Erwartungen. Danke für die nachvollziehbare Argumentation. Und eines noch: Im Vergleich zu vielen klassischen Marketingmaßnahmen sind Webprojekte immer noch ein Schnäppchen..

  • Wahr geschrieben, aber leider ist es in Zeiten von Homepage-Baukästen (welch gräßliches Wort) und diversen Klick-Tools auch für Laien recht einfach, mit einer ansprechenden Seite ins Netz zu gehen. Dass diese in der Form zwar schon tausendmal irgendwo gesehen wurde und einen Wiedererkennungswert für den Kunden von Null hat, dürfte die Wenigsten interessieren. Man will ja nur eben mit der Zeit gehen und so ‘ne Seite im Internet haben. Dafür ist dann die Paar-Mark-fuffzig-Seite gerade Recht genug. Leider!

  • @Juergen Messing Ja du hast Recht. Ich wollte bei dem Beispiel bewusst niedrig ansetzen, bzw. ein durchschnittliches Webprojekt hernehmen. Ich kenne auch Budgetposten ab dem 6stelligen Bereich natürlich. “Fantastillionär” muß ich mir merken ;)

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  • Ich finde die Schätzungen übrigens sehr niedrig. Wenn man das richtig professionell macht, kommen da locker das Doppelte oder Dreifache raus. Abgesehen davon, welchen Traffic erwartet der Kunden? Wenn ein Grid aus mehreren Rechnern benötigt wird, übersteigt allein das die 700 € bei weitem — pro Monat! Lauter Fantastillionäre da draußen.

  • In diesen Preisranges ist es verlorenes Geld. Da wäre es besser gar keine Webseite in Auftrag zu geben, sondern lieber ein ordentliches XING oder LInkedIn Profil zu besitzen. Das hat mehr Reichweite.

  • Da es dort die meisten Pseudo-Webdesigner gibt die mit minimalen Wissen eine Seite zusammenpfuschen und natürlich sehr wenig verlangen.

  • Vor allem im ländlicheren bereich gibt es eine menge “Kunden” die dieser billigsdorfer ansicht sind…

    • “So ist das Leben…”, hat schon Hader gesagt.
      Grüße in’s W4.

    • Ich verlinke und verschicke seit einigen Jahren, immer wieder gerne diesen tollen Artikel. Danke dafür!

  • […] This post was mentioned on Twitter by Alexander Endl, Thomas Wegerer and Matthias Mentasti. Alexander Endl said: RT @liechtenecker: warum webdesign nicht 700€ kostet: http://bit.ly/SEfC9 #webdesign […]

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