17 Aug

Auf dem empfehlenswerten Search Engine Journal hab ich einen Artikel über "Social Media White Hat" vs. "Social Media Black Hat", gelesen. Damit ist Böses vs. Gutes Social Media Marketing gemeint. Wenn wir mal das Schubladen-Denken außer Acht lassen, finde ich den von Suchmaschinenoptimierern bekannten Ansatz, auch bei Social Media Marketing nicht uninteressant. Vor allem über Twitter findet derzeit eine Welle von verzweifelten Werbe-Spams statt und schlecht gemeinten Marketingkampagnen. Ich sage nur "Geld verdienen in 20 Stunden" oder "Wie Sie in 10 Tagen 10000 Follower aufbauen" usw. Dass es sich hierbei eigentlich gar nicht um Social Media Marketing, sondern um Spam handelt, ist offensichtlich.

whitehat

White Hat – Black Hat?

Diese Begrifflichkeiten oder eher Zuordnungen werden/wurden im Suchmaschinenmarketing verwendet. So genannte White Hat Suchmaschinenoptimierer gehen bei ihren Methoden den legalen, nachhaltigen Weg, während Black Hats zu riskanten und nicht den Richtlinien entsprechenden Optimierungstechniken greifen. Dies kann zum schnellen aber auch negativem Erfolg führen. Wie kann das nun bei Social Media Marketing verglichen werden? Ganz einfach Quantität vs. Qualität.

Social Media Marketing- Schwarz/Weiss

Man kann es eigentlich gar nicht oft genug sagen. Erfolgreiches Social Media Marketing ist keine Werbe Kampagne. Es bringt nichts quantitative Werte, wie Hunderte/Tausende Follower aufzubauen oder auf jeder Network-Plattform die User anzubrüllen, irgendwelche Videos zu posten oder einen schlecht gemachten Corporate Blog oder gar eine Community aufzusetzen. Damit entsteht der altbekannte klassische (mit dem Megafon) One-Way-Dialog, den wir aus der Werbung kennen. Genau dies wollen die User nicht: Werbung.

Viel wichtiger ist es die eigentlichen Ziele des Social Media Marketings im Vorfeld zu analysieren (Was will man damit erreichen?) und zu kennen (Ethik und Moral) und sich dementsprechend zu engagieren. Social Media = "Menschen, die online Gespräche führen". Um bei diesen Gesprächen teilnehmen zu können, sollte auch etwas Interessantes und authentisches geboten werden, am besten innerhalb eines integrierten Kommunikationskonzeptes.

Wer will nicht über Produkte oder Dienstleistungen informiert werden, für die man sich interessiert, oder mit den Unternehmen schnell und unkompliziert in Dialog treten. Es kann auch spannend sein, wie so eine Firma so tickt oder über den Social Media Marketing Kanal Innovationsmanagement zu betreiben (Bsp: "Es wäre doch gut, wenn es auch diese Funktion gäbe"). Daran ist gar nichts böse oder schlecht.

Das die Diskussionen um Social Media derzeit sehr spannungsgeladen sind ist klar. Zum einen ist es neu und es herrscht Informationsmangel, was SMM überhaupt ist, zum anderen wird gerade viel Missbrauch via Spam betrieben. Das Social Media Marketing funktionieren kann, zeigen die positiven Beispiele. Bald wird es zu unserem Surfalltag gehören und aufgrund der Qualität wird sich auch die Spreu vom Weizen trennen.

Zum Abschluss noch: Social Media Marketing ist weder DIE Lösung für Neukundengewinnung oder eine eierlegende Wollmilchsau. Es ist ein ergänzender Kommunikationskanal, der wohl überlegt sein sollte. Im Prinzip ist es eher Online PR und das aber bitte mit dem weißen Hut :)

Bernd Minnes

17. August 2009

1

Dein Wort in Marketings ohren. Gut gebrüllt, allerdings weiß ich nicht wie es im Surfalltag Karriere machen soll.

Susanne

17. August 2009

2

Bin gerade über ein interessantes Video zu dem Thema gestolpert via @wienna auf Twitter.

und zwar:
http://blog.turnthescrew.com/2009/08/think-social-media-is-a-fad/

Franz Kratochvil

17. August 2009

3

Ich hab nix gegen SocialMediaMarketing-Fritzen. Sie sollten halt nicht in meine Gassn’ kommen…. ;)

Juergen

17. August 2009

4

@Bernd Information statt Werbemüll

@Franz geht mir genauso mit schlechten Webdesignern ;)

Susanne

17. August 2009

5

@Franz na bei dir sollt ma generell aufpassen, wenn man in deine gassn kommt. ;))

Isabella

17. August 2009

6

Social Media Marketing ist immer OPT-IN. Genauso wie man sich am Briefkasten einen Aufkleber “Keine Werbung” draufkleben kann. Ich verstehe die Aufregung nicht.

Ich glaube es liegt eher daran, dass soviele selbst ernannte Experten herumlaufen.

Social Media Marketing an sich ist nicht das Problem.

LG Isabella

Anne Grabs

19. August 2009

7

Hallo, mir gefällt der Beitrag super. Im Moment ist es doch so, dass die großen Agenturen (in Berlin und Wien) ihre ehemals PR-Spezialisten für Social Media abstellen, die dann virale Kampagnen starten. Mit Social Media Marketing im engeren Sinne hat das aber nichts zu tun.
Danke auch für die Beispiele von persil.de und beinggirl.at (ui gruselig).

Mirko

20. August 2009

8

Danke für “keine Werbekampagne” und den “ergänzenden Kommunikationskanal”. Das ist etwas, bei dessen Erläuterung ich mir an so einigen Kunden die Lippen fusselig rede.
Von der eigenen Website bis zum Social Media-Versuch: ich habe häufig den Eindruck, Unternehmer stehen immer noch auf dem Level eines gewissen IBM-Werbespots (“Hier steht: ‘Das Internet ist die Zukunft im Business’. Wir müssen ins Internet” – “Wieso?” – “Steht da nicht”)

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