Nachhaltige Webentwicklung: Open Source, Responsive & Standards

Montag, 06.08.2012, 2 Kommentare

Wer jemals in den Genuss einer Einführung in die Theorie klassischer Softwareentwicklung gekommen ist, wird bald sehen, dass das mit Webentwicklung wie wir sie kennen nicht viel am Hut hat. Webdevelopment muss schnell, agil und leicht sein. Es müssen ständig neue Technologien und Ideen umgesetzt werden, was dazu führt dass jedes Projekt bei der Veröffentlichung bereits etwas veraltet ist.

Diese Geschwindigkeit birgt aber auch einige Gefahren, die sich in Qualität und Stabilität niederschlagen können. Durch eine saubere & überlegte Herangehensweise an ein Projekt, kann diese Geschwindigkeit jedoch mehr unter Kontrolle gebracht und Gefahren systematisch ausgeschlossen werden. Im folgenden werden Drei Aspekte angeschnitten, die zu einer guten Umsetzung beitragen können:

Freie Technologien

Ein Stück freien Softwarecode in meinen Projekten zu verwenden, ist wie ein eigenes Team an ProgrammiererInnen daran zu setzen, die sich ohne Bezahlung auch die nächsten Jahre um Stabilität und Weiterentwicklung der Funktionen kümmert.Developer der klassischen Softwareentwicklung (abgesehen der Linux-Community) stehen dem oft sehr skeptisch gegenüber. Zu groß ist die Angst, dass die eigene Technologie von anderen abgekupfert wird. Dass dabei die eigene Entwicklung auf Herz und Nieren getestet und ganz nebenbei noch mehr Bekanntheit erlangt, wird oft übersehen.

One size fit‘s all?

Eines der großen Paradigma der Softwareentwicklung ist die Trennung von Funktionalität und Layout (z.B. nach dem MVC-Pattern). Die Idee ist es eigentlich die View-Ebene leicht austauschen zu können, um mit wenigen Handgriffen das Aussehen anzupassen. So zumindest die Theorie. In der Praxis wird zwar meistens in Funktionalität und Layout getrennt, wenn es aber zu einem Redesign kommt, wird aber oft das ganze Projekt von Grund auf neu geschrieben. Die saubere Trennung zwischen Form und Funktion war wohl doch nicht so sauber.

In den letzten Jahren hat hier aber ein Umdenken begonnen. Durch die Anzeige einer Website auf alternativen Endgeräten (z.B. Screenreadern) und durch die Idee von Responsive Webdesign haben viele EntwicklerInnen gemerkt, dass es nicht ein Design für eine Website gibt, sondern die Darstellung so unterschiedlich sein kann, dass ich keine wirkliche Kontrolle mehr darüber habe, wer die Website wie dargestellt bekommt. Ich kann nur dafür sorgen, dass sie in allen möglichen Darstellungsformen einen guten Eindruck macht. Egal ob der User einen Fernseher oder einen Screenreader verwendet, oder sich die Website mit einem klassischen Desktopbrowser anzeigt.

Die Trennung von Darstellung und Funktionalität ist nicht mehr nur eine saubere Umsetzung sondern unbedingt notwendig, damit alle Endgeräte bedient werden können. Bei der Webseitenerstellung vor wenigen Jahren, hat noch kaum irgendwer daran gedacht, dass genau diese Website heute auch auf Fernsehern konsumiert wird.

Wenn aber auf eine saubere View-Ebene geachtet wird, kann auch auf noch unbekannten Endgeräten in naher Zukunft wenig schiefgehen.

Programmierstandards

Der dritte große Punkt für eine nachhaltige Webentwicklung sind Programmierstandards. Seien es Designpattern wie MVC, oder die standardisierte Kommentierung des Codes oder auch Naming-conventions. Programmierstandards sind ein entscheidender Kostenpunkt bei größeren Projekten. Nicht nur, wenn sich neue EntwicklerInnen in ein bestehendes Projekt einarbeiten müssen, auch die Wartung von älterem Code wird dadurch massiv vereinfacht.

Das Web verändert sich zwar rasant und neue Technologien verbreiten sich immer schneller, an einigen Stellen kann aber trotzdem vorausschauend gehandelt werden. So steigert sich nicht nur die Qualität des Projektes es wird auch an Nerven und Geld gespart.

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Blogbeitrag geschrieben von
Sarah Mischinger

Sie ist bei Liechtenecker verantwortlich für: Development

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