Kontraste für barrierefreies Webdesign
Ein sehr wichtiger Faktor für barrierefreie Webauftritte sind die Farbkontraste und Helligkeitskontraste des Weblayouts. Die Kontraste spielen für alle Arten von Sehbehinderungen eine große Rolle, um jeglichen Content gut lesbar zu machen. Ich bin natürlich kein Augenexperte, versuche dennoch in barrierefreien oder -armen Webgestaltungen, diese Art von Einschränkungen zu berücksichtigen.
Farbkontraste
Farbkontraste sind besonders wichtig für alle Arten von Farbblindheit. Menschen die darunter leiden, haben wenig oder gar kein Farbempfinden. Es gibt viele Formen der Farbsehstörungen. Neben der Abneigung gegen Licht (Lichtscheuheit), verminderten Sehschärfe oder unwillkürliche Augenbewegungen gibt es Sehbehinderung die bestimmte Farben ausnehmen, das so genannte Zweifarbensehen. Am häufigsten gibt es eine gestörte Wahrnehmung von Grün. Unter Verwendung des Tools Colorblind Web Page Filter ist es möglich das Zweifarbensehen auf der Webseite zu testen:
Deuteranobie – Grünblindheit

Protanobie – Rotblindheit

Tritanobie – Blaublindheit

Helligkeitskontraste
Helligkeitskontraste dienen Marketingtechnisch meistens der Betonung von Texten oder Elementen. Der absolute Klassiker ist die Kombination von Schwarz und Weiß. Vorsicht vor starken Kontrasten, denn Menschen mit Lichtempfindlichkeit können Probleme mit hohen Kontrasten haben. Starke Kontraste können als zu grell empfunden werden. Deswegen ist es wichtig weniger starke Kontraste gut auszubalancieren. Schwache Kontraste können zum Beispiel zweckmäßig weniger relevanten Inhalt auszeichnen. Das ist für barrierefreie Webauftritte ebenso sinnvoll wenn eine gewisse Differenz eingehalten wird. Am einfachsten lässt sich der Helligkeitsunterschied testen, indem man die Webseite komplett in Grautöne umwandelt. Ich mache dies einfach in Photoshop, es gibt auch ein passendes Webservice mit dem Namen Greybit. Sind die Texte und Grafiken noch gut erkennbar?

Als weiteren Helligkeitstest würde ich den Screenshot der Webseite invertieren, die hellen Farben in dunkle umwandeln und umgekehrt. Es gibt Sehbehinderte die mit einer invertierten Webseite leichter zu Recht kommen.

Zusammenfassend ist dies eines von vielen Kriterien einer barrierefreien Webseite. Ich veranstalte bei jedem meiner Webdesigns einen kleinen Kontrasttest, es sind 30 Minuten zusätzliche Zeitinvestition, die zu einem guten Webdesign dazugehören sollten.
Webstandard-Team 06.Juni 2008, 11:35 Uhr
Probier’s mal mit dem aDesigner von IBM.
Jürgen Liechtenecker 06.Juni 2008, 11:38 Uhr
cool. /saug, saug..
Webstandard-Team 06.Juni 2008, 15:17 Uhr
Sag ich doch ;o) Benutze ich schon seit Jahren, was besseres gibt es kaum!
Claus 07.Juni 2008, 10:47 Uhr
Hallo Jürgen,
schau dir mal http://www.wob11.de/links/testwerkzeuge.html an, da gibt es eine ganze Fülle von Werkzeugen und Tools. Wie du sagst, eine halbe Stunde mehr Investition… die sich lohnt. Wäre für manche offizielle Seite von Städten & Gemeinden, Ämtern und Büros anzuraten, die Tools zu verwenden.
Gruß Claus
Barrierefreies Webdesign | Liechtenecker’s Blog 16.06.2008 at 16:19
[...] Kontraste und Farben sollten für Sehbehinderte gestaltet sein [...]
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