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Corporate Blog und integrierte Kommunikation

Corporate Blogs sind neben einer ordentlichen Webseite DAS online PR Tool der heutigen Zeit. Leider ist es für die meisten Unternehmen schon recht schwierig eine passende Webseite auf die virtuellen Beine zu stellen. Noch umfassender gestaltet sich die Einführung eines Corporate Blogs. Denn hier ist es notwendig offene transparente Kommunikation zu betreiben, aber (!) losgelöst von klassischen Werbeinhalten. Sollte die Firma die Panik um den Kontrollverlust abgelegt haben und dementsprechende Ressourcen bereitgestellt sein, kann nur mehr der authentische Dialog einen erfolgreichen Weblog ausmachen.

corporate_blog_und_integrierte_kommunikation_kreis

Firmenblogs sind das perfekte Tool um den Dialog mit dem Kunden zu suchen. Aber der erfolgreiche Dialog scheitert oft wegen zu kurz gekommener Kommunikation im und vom Unternehmen, abseits der klassischen Werbemethoden. Unverbindliche und diplomatische Äußerungen können im Corporate Blog nicht so einfach plaziert werden.

Unternehmerische Webseiten sehen manchmal zwar sehr gut aus, können inhaltlich aber ziemlich wenig. RSS wird bis in die höchste Führungsetage zum ersten mal gehört, oder aktuelle gute Inhalte sind vergebens zu suchen. Zum einen mangelt es an dem nötigen Verständnis für neuen Medien, zum anderen gibt es keine internen Kommunikationsprozesse. Die schnelle Bilanz: Innen wie Außen. Das heißt man ist sich nicht im Klaren wie man es angehen soll, weil man paralell dazu nicht die passende Unternehmenskultur eingeführt hat.

Die gestellte Frage in diesem Blogbeitrag lautet nun: Kann integrierte Kommunikation helfen?

Kommunikation muß immer koordiniert erfolgen. Es gibt bereits unterschiedliche Methoden der Außenwirkung. Sei es PR, Werbung oder Direct Marketing. Jede Methode für sich ist extrahiert und fließt nicht zusammen. Zufällig haben wir hier gerade einen motivierten Praktikanten der genau das studiert. Bernhard Past hab ich folgende Fragen gestellt:

Was ist integrierte Kommunikation?

Es gibt verschiedenste IK-Modelle und verschiedenste Ansätze wie man IK definieren kann. Meine Ansicht von IK ist die Abstimmung und Vernetzung der Kommunikationskanäle, -prozesse und –Instrumente eines Unternehmens. IK hat die Aufgabe die verschiedenen Maßnahmen der internen und externen Unternehmenskommunikation so zu vernetzen, dass sie ein in sich geschlossenes und widerspruchsfreies Kommunikationssystem hervorbringt. Ziel ist es langfristig konsistente, glaubwürdige und synergetisch ausgerichtete Kommunikation zu erzeugen und zu koordinieren. Laut Prof. Dr. Manfred Bruhn von der Universität Basel, ist dieser Ansatz der Integrierten Kommunikation, darauf ausgerichtet, sämtliche internen und externen Kommunikationsinstrumente in inhaltlicher, formaler und zeitlicher Hinsicht miteinander zu vernetzen, um aus den vielfältigen Kommunikationsquellen einen einheitlichen Unternehmensauftritt zu formen.

Warum sollten Unternehmen davon profitieren?

Da gibt es genug Gründe: zum Beispiel schafft IK durch ein einheitliches Erscheinungsbild höheren Widererkennungswert in der Öffentlichkeit oder Differenzierung im Wettbewerb. IK ermöglicht erhöhte Kundenakzeptanz durch widerspruchsfreie Unternehmenskommunikation, egal in welcher Zielgruppe des Unternehmens sich ein Rezipient befindet. Verbesserung der Zielgruppenansprache und Reduzierung des Streuverlustes ist ein weiterer guter Grund für IK welcher zur Realisierung von Kostensenkungspotentialen und Umsatzsteigerung führt.

Wie sehr spielt integrierte Kommunikation online eine Rolle?

Die Rolle der IK im Internet ist wichtiger denn je. In Zeiten des Information Overload ist es wichtig potentiellen aber auch bestehenden Kunden nur relevanten Content zur Verfügung zu stellen. Alles weitere wäre unnötiger Zeitaufwand und Verschwendung von Ressourcen. Umso wichtiger ist es, ein vernetztes Kommunikationskonzept zu verfolgen und das grenzenlose Potential des www für Integrierte Unternehmenskommunikation zu nutzen. Als erste Anlaufstelle für Kunden zu Produkt- und Unternehmensinformationen stellt die Homepage einen der wichtigsten Kommunikationskanäle dar. Eine Homepage hat die Möglichkeit einfach alles zu kommunizieren und bündelt sowohl Unternehmenskultur und –philosophie, Marketing, PR, als auch CI und CD uvm. Sie beliefert Kunden, Mitarbeiter, Geldgeber, Behörden, Medien, Anrainer etc. mit Informationen und stellt somit ein Basisinstrument für funktionierende Integrierte Kommunikation dar.

Wie müssen Unternehmen und Führungskräfte umdenken?

Die größte Herausforderung für Unternehmen besteht bestimmt darin, das interne Abteilungsdenken zu umgehen. In vielen Unternehmen bestehen Diskrepanzen zwischen Marketing und PR Abteilungen, vor allem im Bezug auf die Verteilung von Ressourcen. Hier erscheint die unabhängige Person des IK Managers als übergeordnete Instanz, welche auf Gleichberechtigung beider Abteilungen sowie auf inhaltliche Abstimmung und Koordination der Unternehmenskommunikation achtet, als sinnvoll. Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist das Umdenken des Management-Teams. Es müssen Strategien entwickelt werden, welche der Outside-In Perspektive entsprechen d.h. ein Unternehmen mit den Augen des Kunden betrachten, Kommunikationsprozesse darauf abstimmen und somit die Übereinstimmung von Selbstbild (Corporate Identity) und Fremdbild (Corporate Image) zu verstärken. Zugegeben, dies ist keine leichte Aufgabe aber wichtig um erfolgreiche IK praktizieren zu können. Auf jeden Fall muss die Führungsebene hinter der Idee der IK stehen und Ressourcen freigeben da die Umsetzung ansonst kaum möglich ist.

Beitrag geschrieben am 25.11.2008 von

Juergen

Geschäftsführer bei der Agentur Liechtenecker

Sonst:
Koch auf goldschwarz.at, Design im Blut, spielt gerne und liebt seinen Job!

  • Meine Erfahrung ist die, dass die meisten Kunden die Aussagen von Bernhard Pabst bestätigen würden. Wenn es aber darum geht, ein Weblog konsequent zu führen und pflegen, fehlen dann doch plötzlich die Ressourcen. Die Kunst ist es deshalb, ein Blog so zu führen, dass er was bringt, man aber nicht nach drei Wochen übersäuert.

  • Meine Erfahrung ist die, dass die meisten Kunden die Aussagen von Bernhard Pabst bestätigen würden. Wenn es aber darum geht, ein Weblog konsequent zu führen und pflegen, fehlen dann doch plötzlich die Ressourcen. Die Kunst ist es deshalb, ein Blog so zu führen, dass er was bringt, man aber nicht nach drei Wochen übersäuert.

  • […] Verwendung und Einbindung von Corporate Blogs als Kommunikationsmittel. Das kann man auf diesem Blog ja auch des Öfteren […]

  • Pingback: Liechtenecker's Blog

  • aber das sind die verlierer der zukunft, denn konsum und wirtschaft wird immer transparenter. die finanzkrise jetzt ist ja auch ein bissl eine watschn in die richtung.

    nur wer oder was wirklich gut ist und etwas kann wird auch konsumiert.

  • aber das sind die verlierer der zukunft, denn konsum und wirtschaft wird immer transparenter. die finanzkrise jetzt ist ja auch ein bissl eine watschn in die richtung.

    nur wer oder was wirklich gut ist und etwas kann wird auch konsumiert.

  • “die meisten trauen sich nicht” – genau so sieht es aus, ich arbeite selber in einer solchen Firma, die sich eben nicht traut obwohl die Kosten dafür relativ gering sind. Schade!

  • “die meisten trauen sich nicht” – genau so sieht es aus, ich arbeite selber in einer solchen Firma, die sich eben nicht traut obwohl die Kosten dafür relativ gering sind. Schade!

  • @Jürgen,

    eben… aber genau das gilt es den Verantwortlichen klar zu machen. Und in den vergangenen Jahren war es schwer genug vielen beizubringen, dass externe Kommunikation notwendig ist. Jetzt auch noch mit interner Kommunikation und vor allem der notwendigen von oben gelebten Offenheit zu kommen ist schwere Arbeit. Aber es gibt gute Beispiele, die ein Proof of Concept vormachen…
    Transparenz geht nie auf Kosten des MArketings, es ist Teil eines erfolgreichen Marketings

  • @Claus,

    ich denke eben, dass hier interne Kommunikationsmaßnahmen greifen sollten. Transparenz geht ja nicht auf Kosten des Marketings wie viele denken.

  • @Claus,

    ich denke eben, dass hier interne Kommunikationsmaßnahmen greifen sollten. Transparenz geht ja nicht auf Kosten des Marketings wie viele denken.

  • Mannomann, was für ein großer Beitrag ;o) Ich kann ihn in allen Punkten unterschreiben. Blogs sind das PR Instrument – gerade für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten. Doch die meisten trauen sich nicht, weil Transparenz anscheinend immer noch von vielen Verantwortlichen gescheut wird, wie der Teufel das Weihwasser scheut… aber genau darum geht es. Wer es heute schafft, Transparenz zu leben, zu zeigen und zu pflegen, wird sich um seine Kunden weniger Sorgen machen müssen…

  • Mannomann, was für ein großer Beitrag ;o) Ich kann ihn in allen Punkten unterschreiben. Blogs sind das PR Instrument – gerade für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten. Doch die meisten trauen sich nicht, weil Transparenz anscheinend immer noch von vielen Verantwortlichen gescheut wird, wie der Teufel das Weihwasser scheut… aber genau darum geht es. Wer es heute schafft, Transparenz zu leben, zu zeigen und zu pflegen, wird sich um seine Kunden weniger Sorgen machen müssen…