Auswertung – Ist Bloggen out?

Freitag, 02.05.2008, 26 Kommentare

Mein 1. und wahrscheinlich letztes Blog-Paraden Experiment ist vorüber. Rechtzeitig zum internationalen Tag der Arbeit war der “Einsendeschluss”.

Ich darf mich für die rege Teilnahme herzlichst bedanken, die Antworten sind für mich sehr spannend. Teilgenommen haben 45 Blogger. Profitieren konnte ich zusätzlich von der Parade, da viele neue Blogs in meinem RSS-Reader gelandet sind. Ich werde versuchen eine treffende Zusammenfassung wiederzugeben.

Nochmal zur provozierenden Fragestellung, ob Bloggen out sei. Was mich daran unter anderem motiviert hat ist der derzeitige Micro-Blogging & Twitter-Hype.

Das Konklusio

Blogs sind kein Hype mehr, es geht eher um ein Gesundschrumpfen, indem sich die Spreu vom Weizen trennt. Die Frage der Sinnhaftigkeit hat sich manifestiert. Die Vernetzung der Blogger untereinander und deren Inhalt bzw. Wissen steht im Vordergrund. Bedeutet für mich, dass die Hauptmotivation der Blogger nach wie vor Spaß an der Sache, Freude am Schreiben bzw. Publizieren ist, allerdings mit Qualität. Blogs über spezielle Themen sind gefragt: Fachblogs, Video- oder Podcastblogs und Journalistenblogs haben die meisten Leserfrequenzen. Fakt ist: Bloggen fesselt noch immer, Blogs sind tolle soziale Netzwerke und keiner der Teilnehmer denkt daran in naher Zukunft aufzuhören.

Bei der Auflistung der Fragen versuche ich ein Mash-up mit den Ergebnissen und meiner Meinung. Für genaue Details habe ich am Ende der Zusammenfassung die Teilnehmerliste mit den dementsprechenden Links zusammengestellt.

Wie lange bloggst du schon?

Blogparade_Bloglive

Ein Großteil der Teilnehmer hat voriges Jahr 2007 begonnen. 2005 sinds 22%, ein paar sind schon seit 2001 mit Blogging beschäftigt.

Wie viele Beiträge veröffentlichst du regelmäßig?

Beitragsfrequenz_Blogparade

Die Hauptfrequenz der Beitragsveröffentlichung ist mehrmals pro Woche. Was mich überrascht hat, dass es 30% der TN mehrmals pro Tag schaffen zu bloggen.

Bist du mit anderen Bloggern gut vernetzt, kennt ihr euch persönlich?

Die meiste Vernetzung findet im Kommentieren und gegenseitigen Verlinken statt. Die weitere digitale Kommunikation erfolgt über Twitter oder Communities wie Facebook oder XING. Persönliche Kontakte zu anderen Bloggern sind eher spärlich, viele wollen dennoch persönliche Verbindungen herstellen. Ich empfehle kleine lokale Veranstaltungen wie in Wien den Blogtail oder in der Schweiz den Bloggy Friday. Die großen Treffen wie die re:publica in Berlin sind schon zu unpersönlich hab ich von Beate gehört, ich habs leider noch nicht hingeschafft. Eine persönliche Vernetzung macht definitiv Sinn, der weitere digitale Dialog bekommt eine bessere Qualität.

Ist bloggen deiner Meinung nach out?

Nun zum Kern der Fragestellung: Blogs sind keine Modeerscheinung, das ist klar aber der große Hype ist trotzdem vorbei. Fast alle Teilnehmer haben als Antwort jedoch ein klares Nein gegeben. Den Sex-Appeal hat das Thema zugunsten von qualitativen Content mittlerweile verloren, aber durch Mobiles Web und kleine Laptops werden die Möglichkeiten wieder spannender. Viele sind der Meinung, dass sich die Spreu vom Weizen getrennt hat.

Roman schreibt:

Und so halte ich das Gesundschrumpfen des “Hypes Blogosphäre” für eine willkommene Berichtigung in unserer Zukunft. Wir haben uns im Kreis gedreht und sollten nun endlich den Blick nach draußen zu den Menschen, die Inhalte zu einem Thema finden wollen, lenken. Dann verliert auch die Blogosphäre ihre übereifrige Bedeutung und schrumpft zu der Gemeinschaft, der sie eher entspricht: Die Gesamtheit jener Menschen, die in Blogs schreiben. Nicht mehr und nicht weniger.

Alt eingesessene Blogger, die Ihren Blog geschloßen haben, kehren wieder zurück. Auch bei Blogs gilt: Content is King. Ein Blog des Blogs wegen ist nicht mehr so einfach wie man sieht. Robert hat natürlich auch Recht wenn er schreibt, dass es auch nur Sinn macht wenn jemand einfach gerne bloggt. MacMacken meint, daß Publizieren nie out sein wird, das Blogformat bietet eine schnelle und praktische Möglichkeit.

Ina schreibt:

Es fängt doch gerade erst an spannend zu werden. Vieles ist möglich, wenn man mal das ganze SEO-Zeugs samt krampfhafter Monetarisierungs-Versuche beiseite schiebt. Da gibt es so viel Engagement, Experimentierfreude, sinnvolle Projekte und Zusammenarbeit auch zwischen Bloggern und Netzbewohnern mit Nichtbloggern und Neugierigen.

Was könnte danach kommen, wie sieht der Blog der Zukunft aus? (Microblogging, Mobile-Blogs..)

Mobil-Telefone und Mini-Laptops werden in Zukunft mehr zum Bloggen genützt werden. So entstehen Mobile Podcasts im Zusammenhang mit GPS Daten. Ganz klar liegt Twitter als MikroBlogging-Client momentan sehr im Trend. Viele Blogger sind mittlerweile in Twitter gelandet. Susanne ist stark der Meinung, dass die Zukunft der Blogs noch wesentlich vernetzter stattfinden wird.

Tom schreibt:

Viele gute Blogger dümpeln als wenig beachtete “Einzelkämpfer” in der Blogosphäre herum. Das ist schade, denn m.E. werden die interessantesten Blogs eher nicht von den sogenenannten A-Bloggern betrieben. Oft gleicht das Entdecken spannender Weblogs der Goldsuche, man muß sehr geduldig sein und aussieben. Für die Zukunft fände ich es großartig, wenn sich häufiger mehrere Blogger, die sich durch ihr Wissen und ihre Interessen ergänzen, zusammenschließen. Sie könnten jeweils ihr eigenes Blog weiterführen. Durch hinzufügen eines zusätzlichen Tags könnten eigene Artikel auch im Gemeinschaftsblog publiziert werden, der das Format einer freien unabhängigen “Internet-Zeitung” auf einer eigenen Domain haben könnte. Höhere Besucherzahlen und mehr Gegenöffentlichkeit zur Mainstreampresse wären garantiert.

Das semantische Web wird mehr Einzug auch in Blogs nehmen, Widgets und Dienste sind das neue Schlagwort. Luca sieht in Zukunft auch ein Loslösen der Inhalte von Blogs:

Meine Vision beinhaltet eine Loslösung der Inhalte von den Blogs, Mikroblogs oder was auch immer. Bisher gab es lediglich die Trennung von Design und Inhalt, doch diese hat zugleich neue Möglichkeiten der Verbreitung von Inhalten gebracht. Im Moment werden die Inhalte linear verteilt. Es gibt eine Quelle, deren Feed in verschiedene Services einfließt. (siehe auch Über-Aggregatoren und ihr Versagen) In Zukunft könnte es sein, dass auch wieder etwas zurückkommt. Wenn ein Blogeintrag bei Facebook erscheint und dort jemand kommentiert, erscheint der Kommentar auch im Blog und allen anderen Services, die den Beitrag anzeigen. Die Inhalte werden nicht mehr so zerrissen werden wie es im Moment der Fall ist.

Hat man als neuer Blogger noch Chancen viele Leser zu bekommen?

Auf jedenfall, dennoch sollte man eine Nische befüllen. Die Frequenz sollte mehrmals pro Woche stattfinden. Die Beiträge sollten interessant, informativ und gut zu lesen sein. Fachblogs haben es leichter. Die Vernetzung mit anderen Bloggern spielt beim Gewinn von neuen Lesern eine große Rolle. Kommentieren und Online Kontakte pflegen.

Westaflex schreibt:

Genau die gleiche Frage bekamen wir auf zahlreichen Web 2.0 Konferenzen gestellt. Antwort: Immer mehr Daten suchen gezielte Informations-Aufbereitung und Darstellung. Daher wohl eher eine Frage der Erfüllung der Wünsche der Zielgruppe.

Wirst du dein Leben lang bloggen?

Tja, wie soll man das zusammenfassen. Es ist Tatsache, dass Bloggen sehr viel Spaß und sogar süchtig macht. Die meisten würden gerne bis ins Sterbebett bloggen. Das sieht man an der Antwort von Art of Webusability

Solange ich zwei Gesunde Arme mit Händen und Fingern dran habe, werden diese das Ventil für mein Mitteilungsbedürfnis sein!

„Im Weblog erschaffe ich mein Leben und meine Welt neu. Unsere erlebte Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres Gehirns. Schreiben ist eine Möglichkeit sich den Fragen des Leben und der Welt zu nähern. Schreiben ist nicht alles, aber ohne schreiben ist alles nichts.” Zitat: Schlagloch

Teilnehmerliste

Update: 3. Mai. 2008 – Teilnehmer Oliver aptgetupdate.de

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Blogbeitrag geschrieben von
Juergen Liechtenecker

Geschäftsführer bei der Agentur Liechtenecker

Sonst:
Koch auf goldschwarz.at, Design im Blut, spielt gerne und liebt seinen Job!

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